Kleinstadtpfingsten

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Textdaten
Autor: Klabund
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Titel: Kleinstadtpfingsten
Untertitel:
aus: Morgenrot! Klabund! Die Tage dämmern!, S. 30
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1913
Verlag: Erich Reiß Verlag
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Erscheinungsort: Berlin
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Quelle: commons
Kurzbeschreibung:
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[30] Kleinstadtpfingsten

Um eine schöne Pfingststimmung zu bewirken,
Stellt man in den kleinen Städten Birken
Vor die Tür. Und am Vorabend singen
Die Mädchen süßsonderbare Lieder, die den Sommer herbeizwingen

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Sollen. Die Buben zwitschern auf ihren Kalmusstauden wie Nachtigallen.

Aber vor allen
Dingen vergeßt
Nicht: wir feiern Pfingsten das Schützenfest.
In grasgrüner Uniform wie die Förster, mit Fahnen, Flöten, Pauken, und unter Applaus

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Des Publikums, marschiert die Schützengilde (63 Mann) zum Schützenhaus.

Mein Vater ist Schützenmajor – er trägt einen Ehrendegen
Und muß an solchem Fest- und Ehrentage auch seinen Kronenorden vierter Klasse anlegen,
Sowie die hohenzollern-sigmaringsche Verdienstmedaille. –
Die Mädchen gehen alle schon in weißer Taille,

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Und am Abend tanzt man im Schützenhaussaal bis zum Verrücktwerden …

Dann draußen unter den Bäumen … im Grase … von deinem Munde beglückt werden.
… Küsse … Musik von ferne … am Abendhimmel die Venus gleißt …
Und wir reden jauchzend irr mit fremden Zungen,
Unsere Herzen sind wie Blüten aufgesprungen,

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Nieder fuhr durchs Dunkel wie ein Blitz singend der heilige Geist …