Kurverein von Rhense

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Textdaten
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Titel: Kurverein von Rhense
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aus: Quellensammlung zur Geschichte der Deutschen Reichsverfassung in Mittelalter und Neuzeit / bearb. von Karl Zeumer, Seite 181-184
Herausgeber: Karl Zeumer
Auflage: Zweite vermehrte Auflage
Entstehungsdatum: 16. Juli 1338
Erscheinungsdatum: 1913
Verlag: Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck)
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Erscheinungsort: Tübingen
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Quelle: Digitalisat des Deutschen Rechtswörterbuches, Kopie auf Commons
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[181]
Nr. 141. (126). Der Kurverein von Rense. - 1338, Juli 16.
a. Bündnis der Kurfüsten

Chr. Gewold, Defensio Ludovici IV. imp., Ingolstadt 1618, S. 146 f.; vgl. Carl Müller, Kampf Ludwigs d. B. mit der röm. Curie II, S. 65 f., insbes. S. 66 Anm. 3; L. Weiland, Ueber die Sprache und die Texte des Kurvereins und des Weisthums v. Rense N. Arch. XVIII, S. 329 ff.; Konstantin Höhlbaum, Der Kurverein von Rense (Abhandl. d. Gött. Ges. d. W. 1903) S. 12, bes. Anm. 2. — Von der hier gedruckten Gesamturkunde scheint ein Original nicht erhalten zu sein; die zahlreichen fast vollständig mit ihr übereinstimmenden Einzelausfertigungen verzeichnen Müller, Weiland und Höhlbaum.

Wir von Gotes genaden Heinrich erzbischof ze Meinz, Walram erzbischof ze Köln, Baldewien erzbischof ze Trier, Rudolf, Ruprecht gebruder, Stephan, Ruprecht [182] der junger, pfalenzgrafen bei Rhein und herzogen in Beyrn, Rudolf herzog ze Sachsen und Ludwig marggraf ze Brandenburg tun kunt allen lüten, die disen brief ansehent oder hörent lesen, das wir mit einander bedacht und angesehen haben, das das heilig Römisch rich an seinen eren, rechten und guten und auch wir an unsern eren, rechten, gewonheiten und friheiten, die wir von dem vorgenanten riche han, sere ze disen ziten und auch vor angriffen, bekrenkt und beswert seint und werden. Und sein umb gemeinen und kuntlichen nutz der gemeinen Christenheit und umb des egenanten richs und unsere ere, recht, friheit und gewonheit ze schirmen, ze schutzen und ze hanthaben ainmutlichen uberkomen und han uns des vereint, das wir das egenant rich und unser fürstlich er, die wir von im haben, nemlich an der kur des richs und seinen und unseren rechten, friheiten und gewonheiten, als von alter an uns als des richs kurfursten herkomen und bracht ist, hanthaben, beschutzen und beschirmen wellen nach aller unser macht und craft an geverde wider aller meniglich, nieman ausgenomen, wann es unser er und aid anget, und wellen das nit lassen durch deheinerlei gebot, von wem oder wie es kom, damit das rich und wir die kurfürsten an disen vorgeschribnen sachen in deheiner wise bekrenket möchten werden. Auch wellen wir alle herren und freunt, die uns zugehörent oder nit, sie sein geistlich oder wertlich, unser man, dienstman, purgkman, amptlüt und purger darzu bitten und halten, als verr wir vermugen; und darzu soll unser ieglicher der kurfürsten dem andern beholfen sein an geverde, das sie uns zu disen sachen beholfen und beistendig sein und des durch nieman lassen umb deheinerlei gebot, von wem die komen mochten. Gescheh auch, das deheinerlei zweiung oder zwivel an disen sachen under uns den kurfursten ufstunden, was wir dann gemainclichen oder der merer tail under uns daruber sprechen und machent, das sol macht haben, und wir sollen auch das halten ane arglist. Alliu disiu vorgeschriben stucke und ir ieglichs besunder han wir gelobt mit guten treuen und geloben an disen gegenwertigen brief bi unsern fürstlichen eren und haben es auch gesworen zu den heiligen für uns und unser nachkomen, stet und vest ze halten und darwider nicht ze komen noch davon ze lassen in dehein wise, als hievor begriffen und geschriben ist. Und ensullen, enwellen noch enmugen wir oder ieman anders, der mit uns in dise verbundnusse kom, der auch das selb ze halten sweren soll und geloben, als vor und nach geschriben stet, ob wir oder der deheiner, die zu uns in die bundnusse komen, also krank weren, des Gott nit enwelle, das wir oder ir einer dawider teten oder tun wolten, uns darwider nit behelfen mit deheiner dispensation, absolution, relaxation, abolition, in integrum restitution, deheinerlei beneficio, wie das genant sei, wann es kum oder wie es kum, es geschech umb unser oder ander lüt bet oder das man nennet ze Latin ex officio oder von deheinem gewalt des, der sich des annemen wolt. Und solten Gott und der werlt erlos, treulos und meinaidig sein und heissen, wo oder wie wir darwider teten oder komen in deheinerhant wise, allerleie arglist und geverde an diesen vorgeschriben stucken und ir iegliches usgescheiden.

Daruber ze urkund geben wir dise brief versigelt mit unsern insigeln. Die geben sint ze Rense, am dunnerstag nach Margareten, nach Christes geburt driuzehenhundert jar darnach in dem achtunddreissigisten jar.

b. Kurfürstliche Erklärung zu Gunsten Kaiser Ludwigs.

C. Müller, Der Kampf Ludwigs des Baiern mit der römischen Curie II, 356 f. - Das Original der hier abgedruckten Urkunde des Erzbischofs Heinrich von Mainz befindet sich im Kgl. Hausarchiv zu München. Diese Urkunde und gleichlautende Einzelurkunden der Kurfürsten Walram von Köln, Baldewin von Trier, Rudolf Pfalzgraf bei Rhein, Stephan Herzog von Baiern (als eines der Pfalzgrafen bei Rhein) und Ludwig Markgraf von Brandenburg vom gleichen Datum zum Teil mit Angaben über die Besiegelung sind verzeichnet in dem aus der 2. Hälfte des 16. Jhds. stammenden Repertorium des Jesuiten Arroden (Bd. IV, Teil I) im allgemeinen Reichsarchiv zu [183] München. So sind nach einer gütigen Mitteilung der Direktion des Reichsarchivs die Angaben bei Müller a. a. O. zu berichtigen.

Wir Heinrich von gotes gnaden ertzbischof zu Meintz und des heiligen Romischen richs in Tütschen Landen oberister cantzeller verjehen offenlichen mit disem brief umb die buntnüss und verainung, di wir und di andern curfürsten gemeinlichen ze Rains an dem nechsten dornstag nach sant Margareten tag gesworn, gesprochen und gemacht haben dem rich ze hilf und des richs er, friheit und guot zu beschirmen und hantzehaben mit unsern brifen als verre wir uns des vermügen, das wir mit derselben buntnusse und verainung, als wir das rich begriffen und in den briefen benant haben, meinen unsern herren, den keyser Ludwigen von Rom, und das Romischen rich, das er inne hat, und nieman anders. Und geloben und wellen darüber in guten truwen, das alle di brief, geheizz und buntnusse, di wir im vor getan haben, stet und gantz beliben. Und sullen wir die halten in der wise, als wir die mit im vorher uzgetragen und gemacht haben. Ze urchund diczzs briefs versigelt mit unserm insigel, der geben ist ze Rains an dem vorgenanten tag, der obenn benennet ist, nach Christes geburt driuzehenhundert jar darnach in dem aht und drizzigisten jar.

c. Weistum über die Königswahl (Notariatsinstrument).

Neues Archiv für ältere deutsche Geschichtskunde XXX, S. 110—111.

In nomine Domini amen. Per hoc presens instrumentum publicum universis pateat evidenter, quod anno ab incarnatione eiusdem MCCCXXXVIII, die XVI. mensis Iulii, hora quasi septima eiusdem diei, indictione VI, pontificatus domini Benedicti pape XII. anno quarto, in pomerio sito iuxta villam Renensem super alveum Reni, ubi principes electores sacri imperii Romani ad habendos tractatus super electionibus aut aliis negociis ipsius imperii solent ut plurimum convenire, reverendi in Christo patres ac domini domini Henricus Maguntine, Walramus Coloniensis et Baldewinus Treverensis ecclesiarum archiepiscopi nec non illustres principes et domini domini Radulphus, Rupertus et Rupertus ac Stephanus, representantes comitem palatinum Reni, cum non esset diffinitum, quis eorum comes esse debeat vocem habens, necnon Radulphus dux Saxonie ac Ludowicus marchio Brandenburgensis invicem congregati et presentialiter constituti super iuribus imperii et consuetudinibus eiusdem pertractandis, habitis quoque [tractatibus] cum quam pluribus sepedicti imperii fidelibus clericis et laicis ibidem similiter presentibus vocatisque nobis tribus notariis publicis propter hoc, concorditer et uniformiter factis inter [eos] ipsos per ordinem sub prestitis eorum iuramentis requisitionibus, prout moris est ipsorum principum diffinire iudicando, dixerunt et diffiniendo pronunciaverunt: hoc esse de iure et antiqua consuetudine imperii approbata, quod, postquam aliquis a principibus electoribus imperii vel a maiori parte numero eorundem principum etiam in discordia pro rege Romanorum est electus, non indiget nominatione, approbatione, confirmatione, assensu vel auctoritate sedis apostolice super administratione bonorum et iurium imperii sive titulo regio assumendis, et quod super hiis talis electus non habet necessario recurrere ad eandem sedem, sed quod sic est habitum, obtentum et observatum a tempore, de cuius principio memoria non existit, quod electi a principibus electoribus imperii concorditer vel a maiori parte, ut supra, sibi titulum tegium assumpserunt ac bona et iura imperii administrarunt, et quod de iure et consuetudine hoc licite facere potuerunt et poterunt, nulla approbatione vel licencia dicte sedis apostolice super hoc habita et obtenta. Hiis pronunciatis et taliter diffinitis prefati domini principes electores omnes et singulos ibidem in eorum tractatibus et consilio tunc presentes fideles et vasallos imperii sub eorum iuramentis imperio debitis seu prestitis singulariter requisierunt, quid ipsis super tractatis et diffinitis ac pronunciatis imperii iuribus et consuetudinibus videretur. Qui omnes et singuli per eadem verba vel hiis similia [184] pronunciando, sententiando, diffiniendo in eo finaliter concordaverunt, in quo supradictorum electorum principum mens resedit.