Läuschen und Flöhchen (1819)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
Textdaten
<<< >>>
Autor: Brüder Grimm
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Läuschen und Flöhchen
Untertitel:
aus: Kinder- und Haus-Märchen Band 1, Große Ausgabe.
S. 156-158
Herausgeber:
Auflage: 2. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1819
Verlag: G. Reimer
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Berlin
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
seit 1812: KHM 30
Wikipedia-logo.png Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
Begriffsklärung Andere Ausgaben unter diesem Titel siehe unter: Läuschen und Flöhchen.


[156]
30.

Läuschen und Flöhchen.

Ein Läuschen und ein Flöhchen, die lebten zusammen in einem Haushalt und brauten sich Bier in einer Eierschale. Da fiel das Läuschen hinein und verbrennte sich. Darüber fing das Flöhchen laut an zu schreien. Da sprach die kleine Stubenthüre:

„was schreist du, Flöhchen?“ –

„weil sich Läuschen verbrennt hat.“

Da fing das Thürchen an zu knarren. Da sprach ein Besenchen in dem Hausehrn:

„was knarrst du, Thürchen?“ –

„soll ich nicht knarren?

Läuschen hat sich verbrennt,
Flöhchen weint.“

Da fing der kleine Besen an entsetzlich zu kehren.

Da kam ein Wägelchen vorbei:

„was kehrst du, Besenchen?“ –

„Soll ich nicht kehren?

Läuschen hat sich verbrennt,
Flöhchen weint,
Thürchen knarrt.“

Da sagt das Wägelchen, so will ich entsetzlich rennen und rennt entsetzlich. Da sagt das Mistchen, an dem es vorbeirennt:

„was rennst du, Wägelchen?“

„Soll ich nicht rennen?

[157]

Läuschen hat sich verbrennt,
Flöhchen weint,
Thürchen knarrt,
Besenchen kehrt.“

Da sagt das Mistchen, so will ich anfangen zu brennen, und brennt entsetzlich.

Da stand ein Bäumchen das sagt:

„Mistchen, was brennst du?“ –

„Soll ich nicht brennen?

Läuschen hat sich verbrennt,
Flöhchen weint,
Thürchen knarrt,
Besenchen kehrt,
Wägelchen rennt.“

Da sagt das Bäumchen, so will ich mich schütteln, und schüttelte all sein Laub ab. Da sagt ein Mädchen mit dem Wasserkrügelchen:

„Bäumchen, was schüttelst du dich?“ –

„Soll ich mich nicht schütteln?

Läuschen hat sich verbrennt,
Flöhchen weint,
Thürchen knarrt,
Besenchen kehrt,
Wägelchen rennt,
Mistchen brennt.“

Da sagt das Mädchen, so will ich mein Wasserkrügelchen [158] zerbrechen, und zerbrach sein Wasserkrügelchen; da sagt das Brünnlein:

„Mädchen, was zerbrichst du dein Wasserkrügelchen?“ –

„Soll ich mein Wasserkrügelchen nicht zerbrechen?

Läuschen hat sich verbrennt,
Flöhchen weint,
Thürchen knarrt,
Besenchen kehrt,
Wägelchen rennt,
Mistchen brennt,
Bäumchen schüttelt sich.“

„Ei! sagte das Brünnchen, so will ich anfangen zu fließen,“ und fing so entsetzlich an zu fließen, daß alles ertrunken ist, das Mädchen, das Bäumchen, das Mistchen, das Wägelchen, das Besenchen, das Thürchen, das Flöhchen und das Läuschen, alles miteinander.