Layard und D’Israeli

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Titel: Layard und D’Israeli.
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aus: Die Gartenlaube, Heft 36, S. 487 - 490
Herausgeber: Ferdinand Stolle
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Erscheinungsdatum: 1856
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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[487]

Lebensbilder aus dem englischen Parlamente.

[487]
III. Layard und D’Israeli.


Zu den stärksten und hoffnungsvollsten Freunden Roebuck’s und den gefährlichsten Feinden der Krim- und Kriegsverbrecher gehörte Layard, der Niniveh-Bullen-Ausgraber. Man dachte eine Zeit lang, er werde seine starken Hörner gegen alle die Kriegsschwindler einlegen, sie in die Luft schleudern und Platz machen für sich und andere vernünftige Leute. Es ist ihm eben [488] so wenig gelungen, wie seinem Freunde Roebuck. Es fehlte theils ihm, theils dem Parlamente das Zeug dazu. In seinem Eifer blamirte er sich, machte er sich manchmal lächerlich. Und das ist im Parlamente schlimmer, als wenn man, wie das Ministerium Aberdeen, öffentlich des Brieferbrechens bezüchtigt wird. „Brieferbrechen sei schlimmer, als Börsenstehlen,“ sagte man dem Ministerio Aberdeen. Aber dies schadete ihm nicht im Geringsten, während Layard in seinem edlen Eifer sich manchmal einige Ungenauigkeiten in anklagenden Thatsachen zu Schulden kommen ließ und daran zu Grunde ging. Jeder schnappte danach und hielt sich daran, um auf diese Weise von dem assyrischen Stier der Reform los zu kommen.

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Austen Layard.

Austen Layard, der Entdecker und Auferwecker des alten Niniveh, vor einigen Jahren der Löwe in der Unterhaltung jeder gebildeten Gesellschaft, ist von französischer Abkunft. Seine Vorfahren flohen vor Bluthochzeiten und Bartholomäusnächten nach England und änderten ihren Namen Raymond in Layard. Die Familie lebte sich bald in englische Verhältnisse ein. Ein Vorfahr zeichnete sich militärisch und unseres Layard Großvater als Geistlicher in Bristol aus. Dessen zweiter Sohn lebte eine Zeit lang in Paris, wo ihm Austen am 5. März 1817 geboren ward. Layard studirte anfangs Rechte, ekelte sich aber bald davor und floh in die Welt hinaus Zunächst wollte er nach Indien, dessen Bewohner unter englischer Tortur nach einer feurigen Schilderung O’Connell’s auf das Entsetzlichste mißhandelt wurden. Layard wollte zur Erlösung der englisirten Indier beitragen, kam aber nur bis Süd-Persien, unter dessen wilden Stämmen er sich zwei Jahre lang neugierig und studirend herumtrieb. Ein Bericht darüber, namentlich über die commerciellen Aussichten, die sich dort für englische Waaren eröffneten, an das Ministerium gesandt, und außerdem veröffentlicht, brachte ihn zuerst vor das Auge der Oeffentlichkeit. Er traf mit einem befreundeten Häuptling im südlichen Persien die nöthigen Vorbereitungen zu Handelsverbindungen, als einer jener häufigen Stammes- und Parteikriege ausbrach, in welchem fast alle Freunde und Begleiter Layard’s ermordet wurden. Er selbst war einer der Wenigen, welche nach Constantinopel entkamen. Hier trat er mit dem englischen Gesandten Stratford de Redcliffe in Verbindung, der ihm Mittel zu seinen berühmten Ausgrabungen Ninivehs gab. Diese Ausgrabungen und deren Schätze sind vielfach geschildert worden. Wer hätte nicht gehört von den Gefahren, denen er von den abergläubischen Eingebornen offen ausgesetzt war, wenn er einen gigantischen Stier, einen Palast nach dem andern der seit zwanzig Jahrhunderten begrabenen Hauptstadt des alten Assyrer-Reichs enthüllte, auferstehen und über Steinblöcke und Sümpfe, Abgründe und Berge auf’s Schiff, in’s britische Museum spediren ließ? Diese Geschichten klangen sehr romantisch, und die antiquarischen und historischen Verdienste der Ausgrabungen sind groß genug; aber wir müssen sie hier bei Seite liegen lassen.

Auch die parlamentarische Thätigkeit Layard’s, in die er als berühmter, hoch protegirter Mann gerufen ward, war bis 1852 ganz bedeutungslos, da er fast alle Zeit der Verfolgung seiner literarischen und antiquarischen Studien opferte. Selbst von 1852 an blieb er als Unterstaatssecretair des Auswärtigen noch ohne parlamentarischen und staatsmännischeu Glanz. Die Anerbietungen des Derby- und des Aberdeen- und des Palmerston-Ministeriums, welche ihm alle Staatssecretairstellen anboten, wies er ab, weil ihm deren Schwindeleien und Durchstechereien gar zu widerlich waren. Als Parlamentsmitglied und Vertreter von Aylesbury verhielt er sich auch noch ruhig, bis der Krimschwindel und die „Mißverwaltung“, welcher ganze Armeen geopfert wurden, welcher das ganze historischn Ansehen Englands unterlag, die Herzen aller nicht schwindelnden Engländer empörte. Als Kenner des Ostens hatte er gleich von vorn herein ein besonderes Interesse an der „Rettung der Türkei“ genommen, und zwar ein anderes, als Stratford de Redcliffe, mit dem er 1853 nach Constantinopel gegangen war. Dieser englische Gesandte behandelte die Türkei wie ein gallsüchtiger, spleeniger Hausherr sein Gesinde – und noch schlimmer. Layard kehrte empört über diesen tyrannischen Kauz nach England zurück, und forderte vom Parlamente, daß es Aberdeen entweder absetzen oder ihn zwingen sollte, wirklich etwas Ehrliches für die Türkei zu thun. Er redete stark, aber Parlament und Minister blieben schwach. Beide schienen sich im Geheimen verständigt zu haben, daß die Türkei durchaus nicht gerettet und deshalb die englische Armee lieber ruinirt werden sollte.

Layard hatte keine Ruhe zu Hause, und reiste direct nach dem Kriegsschauplatze, wo er vom Hauptmaste des Kriegsschiffs Agamemnon die erste Schlacht an der Alma mit ansah. Er blieb auf der Krim bis nach der Schlacht bei Inkerman, und berichtete in der Times in lebendiger Schilderung und höchster Empörung darüber. Das gedruckte Wort wirkte wohl auf England, aber nicht auf die Regierung. Deshalb kam er zurück und griff sie im Parlamente an. Monate lang war das Land und mittelbar ganz Europa in Erwartung der großen Dinge, welche aus Layard’s reformatorischen und die Minister beinahe mit Galgen bedrohenden Anträgen hervorgehen sollten. Es kam aber nichts dabei heraus, als die Krim-Untersuchungs-Kommission. Und was kam aus der Krim-Untersuchungs-Kommission? Palmerston blieb, was er gewesen, und er machte den Frieden ganz seinem Charakter gemäß und leitete die Regierung, wie sie seit undenklichen Zeiten geführt worden war, im Interesse der regierenden Klassen, auswärtiger Einflüsse und nicht zum Ruhme Englands. Bei der ganzen Geschichte ward Niemand gehangen, als Layard, nämlich an den Nagel der Vergessenheit! Er spukt zwar noch zuweilen, wie Roebuck, als Reformator, aber nur als „respektabler“ Reformator für Geldsäcke, Banquiers, Eisenbahndirektoren und dergleichen Herren, die er an die Stelle der Aristokratie bringen helfen möchte. Wer aber Beide kennt und zwischen Beiden [489] die Wahl hat, wird ohne Weiteres zugeben, daß die Aristokraten viel anständiger mit dem Volke Humbug treiben, d. h. regieren, als die geldgeschwollenen Größen englischer Bourgeoisie. Es ist ein Glück für England, daß Layard’s Reformen abgewiesen wurden. Wer in England reformiren will, muß mit ganz andern Mitteln und Männern kommen, wie Layard. Daß er übrigens auf parlamentarischem Wege mit keiner Art von Reform durchkommen konnte, geht aus der Konstruktion des Parlaments und seiner Art, Gesetze und Geschäfte zu machen, deutlich hervor. Wir versparen uns eine Einführung in die Gesetzfabrikation und die Praxis des Parlaments bis auf das letzte Bild.

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D’Israeli.

Layard ist ein untersetzter, aber in seinem Auftreten und Reden etwas unsicherer Mann, ohne Genie, selbst ohne Rednergabe. Sein Ruhm liegt nicht sowohl in ihm selbst, als in seinen assyrischen Bullen. Die Schwingen, mit denen er sich aus der Unterwelt Englands in die obere hineinhob, bestanden wesentlich aus den Flügeln dieser alten assyrischen Ochsen. Aber mit denen wäre er auch noch nicht in die Höhe gekommen, wäre er nicht durch Stratford de Redeliffe den regierenden Klassen empfohlen worden. Als anständiger Mann und Gelehrter konnte er aber sein Gewissen nie ganz zum Schweigen bringen gegen den Schwindel des Regierens, so daß er die ihm gebotenen Staatsstellen in neuerer Zeit stets abwies. Aber es fehlten ihm dann auch die wahren Schwingen der Größe, als er gegen die Regierung auftrat. Er denkt und fühlt anständig, aber nicht tief und groß. Er hat, wie alle Engländer, kein Princip. Ohne Schwungkraft des Genius in sich, ohne Schwingen von außerhalb, konnte er blos eine Zeit lang hitzig flattern, aber nicht fliegen. „Ihr seid meine Schwingen,“ sprach Feldherr und König Pyrrhus zu seinem Heere. Die Victoriaflügel parlamentarischen Fluges sind Stimmen. Weder Layard, noch Roebuck, noch Bulwer, noch D’Israeli – die Hauptfeldherren gegen die Krim- und Kars- Verräther und Kriegsgichtbrüchigen – konnten nie so viel Genie und Geist beim Stimmeneinhandeln bieten, als Palmerston Geld, Stellen, Autorität, Witz und Unverschämtheit. Sie boten Mittelmäßigkeit und Mittelklassen und D’Israeli torystische Aristokratie für whiggistische Aristokratie. Die großen Massen dachten: es ist uns ganz egal, wer uns behumbugt, die Lord-Nudel- oder die Lord-Dudelfamilie, oder nahmen Partei für den alten, jovialen Schwerenöther Palmerston gegen die drohenden Geldsäcke oder kehrten der ganzen Wirthschaft überHaupt den Rücken, weil sie wohl wußten, daß in dem Kriege um Ministerwechsel und Reform nur die Mittelklassen und Aristokraten mit einander stritten und für sie, die großen, arbeitenden Massen, nichts abfallen könne, da beide stets sofort einig und stark sind, wenn von Unten und Außen etwas auf „parlamentarischem Wege“ erstrebt und erbeten wird.

Es gilt für unanständig, es ist ganz unparlamentarisch, sich für etwaige Anträge auf das Land, auf das Volk im Allgemeinen, auf Stimmen außerhalb zu stützen. Keiner will für unanständig gelten. Daher stützt er sich blos immer auf Parteien und Kliquen im Parlamente und bleibt so, wie er auch reden mag, ein Sklave dieser Kliquen, dem es nie gelingen kann, nie gestattet wird, etwas für Land und Leute im Großen zu thun.

Der Hauptschwerenöther dieses Parteigängerunwesens ist dieser langhaarige, lange Israel, der es vom Handel mit Verstand und alten Sachen schon einmal bis zum Finanzminister und der Leithammelschaft des Toryismus, der Derbyiten, gebracht hat. Geboren im December 1805, ist er immer noch ein angehender Fünfziger mit der Miene eines Mannes in seinen besten Jahren. Schon im 21sten Jahre machte er sich als Mitarbeiter an einer hochtorystischen Zeitung bemerkbar. Aber „The Representative“, wie die Zeitung hieß, lebte von dem auf 20,000 Pfund Sterling anschwellenden Verluste des Verlegers nur sieben Monate. Mit der Aristokratie ist kein Geschäft zu machen, dachte nun der Sprosse aus dem Stamme Benjamin und fing an, für Freiheit, allgemeines Wahlrecht, kurze Parlamente und allgemeine Reform zu schwärmen. Als solcher Schwärmer für Freiheit schwärmte er zugleich für den irischen Agitator O’Connell, durch welchen er auf verschiedene Wahlbühnen geführt ward, anfangs (1835) ohne, aber später (1837) mit Erfolg. Er saß bis 1841 für Maidstone, bis 1847 für Shrewsbury und seitdem für Buckinghamshire im Unterhause, so daß längst Jeder weiß, wer unter dem so oft in Parlamentreden spöttisch erwähnten „Mitgliede für Buckinghamshire“ gemeint sei.

Mit seiner Jungfernrede im Parlamente ward er so lange ausgelacht, bis er geschlagen und erschöpft niedersank, nicht aber, ohne vorher trotzig ausgerufen zu haben: „Ich will mich nun setzen, aber es wird eine Zeit kommen, wo Sie mich hören werden.“ Und so kam’s. Er gewann allmälig „das Ohr des Hauses“ für seine kühnen Sprüche, glänzenden Paradoxen und spöttischen Hiebe, und ist jetzt nicht nur der populärste Redner, sondern auch Häuptling der Ministerial-Partei Nudel, die allemal an’s Ruder konimt, wenn die Partei Dudel abgetrieben wird. Benjaminchenleben war als Ruhmesposaune Sir Robert Peel’s im „Hause“ aufgetreten, da dieser Aussicht hatte, ein „Ministerium zu bilden.“ Er bildete auch 1841 eins, aber ohne Benjaminchenleben, was nun seinen Lockenkopf senkte, um ihn mit dem grimmigsten Hasse gegen seinen ehemaligen Abgott, der noch dazu durch den Drang, Minister bleiben zu, wollen, nicht aus Ueberzeugung, zum Apostolat des Freihandels übergegangen war, wieder zu erheben.

Benjamin gehört zu der Sorte von Schacherjuden, welche meinen, der Handel müsse ein Privilegium seines Stammes bleiben. Er verfolgte den Freihandelapostel Robert Peel bis zu dessen Grabe und ward zuletzt aus demselben Dränge Freihändler, wie Robert Peel aus Liebe zum Ministerbleibenwollen. Wie Peel starb und die Whigs daran kamen, wie die Whigs gingen und die Tories wieder hereinschritten und Benjamin D’Israeli zu seinem eigenen und der Welt Erstaunen Finanzminister ward und wie er mit seinen Finanzreformen trotz des Uebertritts zum Freihandel durchfiel und die Tories deshalb wieder abtraten und ihre Ministerposten wieder den Whigs, denselben Namen, überließen, bis letztere wieder abtraten und erstere wieder dran kamen, darüber könnte man in einer Biographie D’Israeli’s recht gut dicke Bände schreiben; aber dieser ganze Schwindel ist so ideen- und geistlos, so feindlich gegen Alles, was man anständiger Weise parlamentarisches Leben, constitutionelle Fürsorge zum Wohle eines Volkes, Politik und Regierung nennen könnte, daß man es der Achtung [490] vor dem Leser schuldig ist, davon zu schweigen. Nur ein Wort über die fruchtlosen Angriffe D’Israeli’s und seiner Partei auf die palmersten’sche Wirthschaft, die aber blieb, obgleich sie sich und das Land bis zur schamvollsten Erniedrigung allseitig bloßgestellt hatte. Die Tories trauten ihrem Häuptling nicht recht und thaten nichts Rechts für ihn. Die Friedensmänner und Herren von Manchester und Kattun, welche D’Israeli in die Verschwörung zu ziehen versucht hatte, dachten: wozu sollen wir dem langen Israel wieder auf die Minister-Bank helfen? Jeder Andere ist mindestens eben so gut, wenn nicht besser. Und dem langen Israel, der in allen Parteien „gemacht“ und alle mißbraucht hat, traue der Teufel, aber wir nicht. So fiel auch er durch und es wurde weiter gedudelt, so das D’Israeli noch eine Zeit lang warten muß, ehe er wieder nudeln kann. Inzwischen bleibt er ein pikanter Stoff in langweiligem Hause. Jeder macht gern einen Witz über ihn, weil er gelegentlich Jeden einmal gebissen hat. Er gibt auch viel Stoff zur Komik. Er hat so seine Eigenheiten. Er kommt sehr fleißig, sogar ziemlich regelmäßig in’s Haus, stets allein und heimlich marschirend, Niemanden unterwegs ansehend oder gar mit sich reden lassend. Vor der Ühr zwischen beiden „Häusern“ vorbeischreitend, macht er jedesmal ohne Ausnahme einen heimlichen Blick auf deren Chifferblatt, so daß man ihn in dieser Situation schon karrikirt hat, setzt sich dann auf seinen Platz und stellt den Hut, den alle Andern aufbehalten, sorgfältig unter die Bank. Jetzt kreuzt er die Arme, sieht auf den Boden und bleibt so sitzen, bis er aufsteht, um zu reden. Ganze Stunden, ganze Abende sitzt er so ohne sein Gesicht zu bewegen oder zu seinem Nachbar Napier eine Silbe zu sagen. Diese automatische Regelmäßigkeit, sein einziger entblößter Lockenkopf unter Behutsamen und Bedachten und der Mechanismus seiner Beredsamkeit – das Alles sind kleine, eben durch Ausdauer mächtige Hülfsmittel, sich interessant zu halten. Er spricht, wie die Geister, nur um Mitternacht. Vor eilf bis zwölf Uhr in der Nacht tritt er nie als Redner auf. Nachts um die zwölfte Stunde verläßt er das Grab seines Sitzes und fängt an zu reden. Wer ihn noch nicht gehört, fühlt sich stets beinahe eine Stunde lang getäuscht. Die Meisten denken, er sei ein Redner, aber seit Brougham, dem H. Heine das herrlichste Denkmal gesetzt, gibt es keine Redner mehr im Parlamente, weil keine Herzen und Stoffe dazu mehr zugelassen werden. D’Israeli säuert und leiert etwa eine Stunde lang ziemlich gewöhnlich mit der Hand auf dem Tische und den Augen auf dem Boden. Dann nimmt er allmälig seine triumphirende Stellung, wie die gezeichnete, an und schießt los. Er bewegt sich, erhebt sich und verkündet die Periode des Witzes – von der Dauer einer Viertelstunde – durch sarkastische Winkel im Munde. Er spielt an, beißt direct, holt aus und haut epigrammatisch auf einen ganz unvorbereiteten Kopf. So macht er seine Kunststücke rasch hinter einander und hält sich dadurch in dem Rufe, eine Größe unter Zwergen, ein Einäugiger unter Blinden zu sein. Dabei ist nicht zu verschweigen, daß er ein besseres, namentlich in Adjectiven vortrefflicheres Englisch spricht, als jeder andere College, daß er als Verfasser von Romanen und Memoiren belesener, gebildeter, gewandter, unterrichteter, fleißiger ist, gewählter redet und schauspielert, als der Haufen seiner Genossen, die sich mehr oder weniger alle auf unreellere Weise in’s Haus hineingeboren, gekauft und geschwindelt haben, als D’Israeli, der mindestens insofern merkwürdig ist und ein Verdienst vor diesen Andern beanspruchen kann, als er sich ohne Reichthum, ohne Geburt, sogar mit einem jüdischen Stammbaume, durch bloßes Talent, durch List und Geschicklichkeit allmälig selbst so hoch in die Hohe schob.