Lustbarkeitssteuer

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
Textdaten
Autor: Kurt Tucholsky
unter dem Pseudonym
Theobald Tiger
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Lustbarkeitssteuer
Untertitel:
aus: Ulk Jahrgang 49. Nummer 3. Seite 10
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 16. Januar 1920
Verlag: Rudolf Mosse
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Berlin
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: UB Heidelberg und Scan auf Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo.png Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[[index:|Indexseite]]


[10]
 Lustbarkeitssteuer

 Von Theobald Tiger

Will man das Leben uns verteuern?
Will man die Lustbarkeit versteuern?
     Recht marmorkalt bleibt mein Gesicht:
     wir ham ja keine Lüste nicht!

5
Seh ich die Schlanken und die Kessen,

die früher mächtig drin gesessen,
     sind die, die dicke Dinger drehn,
     als Lustbarkeiten anzusehn?

Und ist die Lektrische wohl eine?

10
Ich stehe nur auf einem Beine,

     und auf dem andern steht ein Mann – –
     Sehn wir das wohl als lustbar an?

Und dann streikt Wäschemann und Amme.
Und mal brennt keine Gaslichtflamme.

15
     Und diese nicht mehr große Zeit,

     ist sie vielleicht ’ne Lustbarkeit –?

Der Fiskus meint auch nur die Bühnen …
Er sollte sich das nicht erkühnen.
     Denn was da alles hüpft und schreit –:

20
     Ist das vielleicht ’ne Lustbarkeit?


Doch bläst im runden Zirkus Busch
der Landwirtsbund den Kaisertusch,
     begeistert von den ideöllen
     und äußerst lukrativen Zöllen,

25
     durchwärmt vom innern Rotweinfeuer –:

     dann zahl ich gern die ganze Steuer –!