MKL1888:Castaldi

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Meyers Konversations-Lexikon
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Seite mit dem Stichwort „Castaldi“ in Meyers Konversations-Lexikon

Originalseite(n)
850

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Empfohlene Zitierweise
Castaldi. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1888–1889, Bd. 3, S. 850. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=MKL1888:Castaldi&oldid=- (Version vom 25.07.2015)

Castaldi, Panfilo, angeblicher Erfinder des Buchdrucks mit beweglichen Lettern, geb. 1398 zu Feltre in der Lombardei, widmete sich in der Jugend ohne Erfolg der Dichtkunst, später mit mehr Glück der Jurisprudenz. Eine Schule der schönen Wissenschaften, von ihm zu Feltre gegründet, zog viele Fremde, auch aus Deutschland, dahin. Auf diesem Weg soll 1454 Gutenberg, nach andrer Lesart Faust, mit C. in Verbindung gekommen sein und Kenntnis von dessen Erfindung erlangt haben, wie dies Castaldis Landsleute Bernardi, Volsecchi u. a. Anfang der 60er Jahre dieses Jahrhunderts behaupteten, sich dabei auf eine ungedruckte, gegen das Ende des 17. Jahrh. von dem Franziskaner Cambruzzi niedergeschriebene Geschichte von Feltre stützend, in welcher der fragliche Deutsche Fausto Comesburgo genannt wird. Ende 1880 angeblich im Staatsarchiv zu Mailand aufgefundenen Urkunden zufolge wäre C. 1472 (wo er bereits im 74. Lebensjahr gestanden hätte, während er nach der bisherigen Annahme schon 1470 gestorben sein soll) vom Herzog Galeazzo Maria Sforza als Lehrer des Buchdrucks an dessen Hof berufen worden, hätte auch von diesem im Mai d. J. ein Privilegium zur Errichtung einer Buchdruckerei in Mailand erhalten. Auf Antrieb Bernardis wurde C. 1868 ein Denkmal zu Feltre gesetzt. S. Buchdruckerkunst, S. 550.