MKL1888:Galvanographie

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Meyers Konversations-Lexikon
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Seite mit dem Stichwort „Galvanographie“ in Meyers Konversations-Lexikon

Originalseite(n)
878, 879

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Empfohlene Zitierweise
Galvanographie. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1888–1889, Bd. 6, S. 878. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=MKL1888:Galvanographie&oldid=- (Version vom 01.10.2014)

Galvanographie, eine von v. Kobell in München 1840 erfundene Methode, Gemälde in Tuschmanier durch den Kupferdruck ohne Ätzen, Radieren od. dgl. zu vervielfältigen. Zu dem Ende wird auf eine polierte Silberplatte oder eine versilberte Kupferplatte mittels einer dunkeln Farbe die Zeichnung aufrecht, wie sie nach dem Druck erscheinen soll (nicht verkehrt), aufgetragen und zwar so, daß die ganz lichten Partien als reine Silberfläche weiß bleiben und die dunklern mit dieser etwas körperhaften Farbe ein- oder mehreremal übermalt werden. Dann bringt man die Platte in ein galvanisches Kupferbad, wo sich zuerst die rein metallische Silberfläche der präparierten Platte mit Kupfer bedecken wird, dann aber auch der schlecht leitende Farbenauftrag. Damit sich derselbe vollkommen und gleichmäßig belege, ist es zweckmäßig, die Farbe vermittelst Graphitzusatz besser leitend zu machen. Der hinreichend stark gewordene Kupferniederschlag wird von der präparierten Platte getrennt; er bildet eine vollkommene Kopie der letztern und läßt sich behandeln wie jede gestochene Kupferplatte. Die vertieften Stellen (welche dem Farbenauftrag der Silberplatte entsprechen) nehmen jetzt die Kupferdruckschwärze für den Druck auf. Von einer solchen Platte lassen sich etwa 400 gleich gute Abdrücke machen. Bei Herstellung größerer Stiche fand man es zweckmäßiger, eine Kupferplatte regelmäßig zu roulettieren und von dieser einen galvanoplastischen Abdruck zu machen; auf letzterm erschienen die Roulettepunkte in erhabenem Korn, worauf sich dann, wie auf geköpertem Stein, mit Kreide zeichnen ließ. Der von dieser Platte gebildete galvanische Abdruck dient als Druckplatte, welche noch durch Radiernadel, Grabstichel und Polierstahl vervollkommt werden kann. Diese Kunst wurde besonders in München von Schöninger und Freimann, später von Hanfstängl ausgebildet. [879] Pretsch in Wien benutzte zuerst die Photographie zur Herstellung von Galvanographien (Photogalvanographie, s. d.). Duncan Dallas hat das Verfahren 1873 wieder aufgenommen, die Herstellung der Druckplatten indes durch Zuhilfenahme des Ätzens wesentlich beschleunigt; er nennt sein Verfahren Dallastypie.

Anmerkung (Wikisource)[Bearbeiten]

Vgl.: Galvanoplastische Kupferstiche und Galvanographie. In: Polytechnisches Journal. Band 83 (1842), S. 385–387 Dingler Online