MKL1888:Markéwitsch

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Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Markéwitsch“ in Meyers Konversations-Lexikon
Band 17 (Supplement, 1890), Seite 554
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Markéwitsch. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 17, Seite 554. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Mark%C3%A9witsch (Version vom 12.11.2022)

[554]  Markéwitsch, Bolesláw Michailowitsch, russ. Schriftsteller, geboren 1822 zu St. Petersburg, machte seine Studien im Lyceum und auf der Universität in Odessa und trat dann in den Staatsdienst, aus welchem er als Mitglied des Konseils im Ministerium der Volksaufklärung infolge eines Konflikts 1875 scheiden mußte. Jetzt erst wandte er sich vollständig der Litteratur zu, nachdem er bis dahin nur mit einigen Erzählungen hervorgetreten war. Er starb 8. Nov. (a. St.) 1884 in St. Petersburg. In den Jahren 1878–84 erschien sein Hauptwerk, die Romantrilogie „Tschétwert wjàka nasád“ („Vor fünfundzwanzig Jahren“), „Perelóm“ („Die Umwälzung“) und „Bésdna“ („Der Abgrund“). Die ersten Teile enthalten eine talentvolle Schilderung des Lebens der höhern und mittlern russischen Gesellschaft, indem der Verfasser, namentlich im Roman „Perelóm“, auch die nihilistische Bewegung der 70er Jahre in seine Kreise zieht. Der dritte Roman: „Bésdna“, ist der schwächste, da er auf direkte Bestellung Katkows und mit vorgezeichneter Tendenz der Bloßstellung und Verspottung der liberalen Strömung unter Graf Loris-Melikow im J. 1880 geschrieben worden ist. Eine sehr willkürliche deutsche Bearbeitung dieser Trilogie hat W. von Lankenau (der in Ssemewskijs „Album“, Petersb. 1888, sich vergeblich darüber zu rechtfertigen versucht hat) geliefert. Eine Gesamtausgabe der Werke M.’ erschien in 11 Bänden (Petersb. 1885).