MKL1888:Masolīno da Panicāle

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Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Masolīno da Panicāle“ in Meyers Konversations-Lexikon
Band 11 (1888), Seite 316
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Masolīno da Panicāle. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 11, Seite 316. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Masol%C4%ABno_da_Panic%C4%81le (Version vom 08.08.2022)

[316] Masolīno da Panicāle, ital. Maler, so genannt nach seinem Geburtsort im Arnothal, wurde 1383 oder 1384 geboren, ließ sich 1423 in die Malergilde zu Florenz aufnehmen, ging bald nach 1426 nach Ungarn, wo er sich noch 1427 befand, und war dann nachweislich bis 1435 in Italien thätig. Er soll 1447 in Florenz gestorben sein. Masolinos einzig beglaubigtes Werk sind die Fresken aus dem Leben der Maria (um 1425 entstanden) in der Kollegiatkirche zu Castiglione d’Olona (Lombardei); dieselben sind bezeichnet: „Masolinus de Florentia pinsit“. Sie zeigen noch einen ziemlich altertümlichen Charakter, weiche Gewandung, wenig individuelle Köpfe. M. soll auch die von 1435 datierten Fresken aus der Legende der Heiligen Stephanus und Laurentius im Chor und die Fresken aus dem Leben Johannes des Täufers im Baptisterium derselben Kirche gemalt haben, welche einen bedeutenden Fortschritt ins Realistische bezeichnen. Viel erörtert wurde die Frage, ob M. auch in der Kapelle Brancacci gemalt habe, wie es Vasari angibt; derselbe schreibt ihm darin, abgesehen von jetzt zerstörten Bildern, die Fresken mit der Predigt Petri, der Doppeldarstellung der Erweckung der Tabea und der Heilung des Lahmen zu. Die Mehrzahl der Forscher stimmt jetzt Vasari bei. Auch schreibt man M. einen Freskencyklus aus der Legende der heil. Katharina in einer Kapelle der Basilika San Elemente in Rom zu.