MKL1888:Merĭan

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Meyers Konversations-Lexikon
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Originalseite(n)
491, 492

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Empfohlene Zitierweise
Merĭan. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1888–1889, Bd. 11, S. 491. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=MKL1888:Mer%C4%ADan&oldid=- (Version vom 16.03.2015)

Merĭan, Name einer schweizer. Künstlerfamilie. Matthäus, der ältere, geb. 1593 zu Basel, hatte den Kupferstecher Dietrich Meyer von Zürich zum Lehrer, arbeitete sodann zu Nancy, Paris, in den Niederlanden, in Frankfurt, wo er sich mit Johann Theodor de Bry verband, Basel u. a. O., später meist zu Frankfurt. Er starb 19. Juni 1650 in Schwalbach. Von seinen Kupferstichen ist hervorzuheben eine Reihe von „Topographien“ verschiedener Länder, die er mit M. Zeiller (Frankf., seit 1640) herausgab, und die auch nach seinem Tod fortgesetzt wurden und bis 1688: 30 Bände (mit über 2000 Kupfern) zählten. [492] Auch das bekannte „Theatrum europaeum“, ein großes zeitgeschichtliches Werk, enthielt viele Blätter von ihm. Die von M. nach der Natur aufgenommenen Ansichten von Städten sind in der Perspektive meisterhaft. Vgl. Eckardt, Matthäus M. (Basel 1887). Sein Sohn Matthäus, der jüngere, geb. 1621, widmete sich namentlich der Porträtmalerei, in welcher er sich A. van Dyck zum Muster genommen hatte, und ließ sich in Frankfurt a. M. nieder, wo er 1687 starb. Sein Bruder Kaspar (geb. 1627) betrieb die Ätzkunst. Beider Schwester Maria Sibylla, verehelichte Graff, Tochter des ältern Matthäus M., geb. 2. April 1647 zu Frankfurt a. M., erwarb sich einen großen Ruf durch die Treue und den Geschmack, womit sie Blumen und Insekten in Wasserfarben malte, und stach selbst die Kupfer zu vielen von ihr verfaßten Schriften, unter denen „Erucarum ortus, alimentum et paradoxa metamorphosis“ (Nürnb. 1679 u. 1683, 2 Bde.) und „Metamorphosis insectorum surinamensium“ (Amsterd. 1705), die Frucht einer 1699 nach Surinam unternommenen Reise, hervorzuheben sind. Nach einem 14jährigen Aufenthalt zu Nürnberg begab sie sich nach Frankfurt zurück und von dort nach Holland. Sie starb 13. Jan. 1717 in Amsterdam. Vgl. Guhl, Die Frauen in der Kunstgeschichte (Berl. 1858). Hans Bernhard, dem Baseler Zweig derselben Familie angehörend, geb. 28. Sept. 1723 zu Liestal im Kanton Basel, wirkte erst als Professor zu Basel, ging sodann nach Berlin, wo er sich als Gegner der Wolfschen Philosophie bekannt machte und, von Friedrich II. sehr geschätzt, 1770 Direktor der Klasse der schönen Wissenschaften bei der Akademie ward. Er starb daselbst 12. Febr. 1807. Seine Lebensbeschreibung erschien Berlin 1810.