Man muß

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Johann Gottfried Herder
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Man muß
Untertitel:
aus: Zerstreute Blätter (Fünfte Sammlung) S. 43–44
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1793
Verlag: Carl Wilhelm Ettinger
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Gotha
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google und Commons
Kurzbeschreibung:
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
De Zerstreute Blätter V (Herder) 065.jpg
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


Man muß.


Die Impersonalien kamen einst zum Landtage zusammen und faßten ziemlich billige Rathschläge. Das „es ist billig, nützlich, erforderlich, nöthig, es ziemt sich, es pflegt, es ist bekannt, es ist besser, es ist Sitte, Vertrags, Rechtens u. f. sprachen zuerst friedlich mit einander; bis auf Einmal der Minister „Es gefällt“ erschien, seinen Plan vorlegte und darüber in Stimmen zu gehen antrug.

Die Impersonalien geriethen alle in Verlegenheit; sie stellten vor, man müße Verträge der Vorfahren respectiren, auf die Nachkommenschaft Rücksicht nehmen, „es sei schwer, es sei unmöglich.“ Alles vergebens. Der Minister „Es gefällt“ hatte einen Substituten mit sich „Man muß.“ Sogleich hörte alles Ueberlegen auf; das Wollen mußte dem Muß seufzend sich fügen, und alle Impersonalien baten Gott den Herren, daß des leidigen „man Muß“ wegen der Nachwelt nur ihre Namen nicht auch mit Schimpf und Schande genannt werden müßten.