Mein Gesang

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Textdaten
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Autor: Ludwig Uhland
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Titel: Mein Gesang
Untertitel:
aus: Gedichte von Ludwig Uhland, Seite 27–28
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1815
Verlag: J. G. Cotta’sche Buchhandlung
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Erscheinungsort: Stuttgart und Tübingen
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Originalherkunft:
Quelle: MDZ München = Commons.
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Mein Gesang.


Ob ich die Freude nie empfunden?
Ob stets mein Lied so traurig klang?
O nein! ich lebte frohe Stunden,
Da war mein Leben Lustgesang.

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Die milde Gegenwart der Süßen

Verklärte mir das Blumenjahr.
Was Morgenträume mir verhießen,
Das machte stets der Abend wahr.

O könnten meiner Wonne zeugen

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Des Himmels und der Bäche Blau,

Die Haine mit den Blüthenzweigen,
Der Garten und die lichte Au!
Die haben Alles einst gesehen,
Und haben Alles einst gehört.

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Doch ach! sie müssen traurig stehen,

Auch ihre Zier ist nun zerstört.

Du aber zeuge, meine Traute!
Du Ferne mir, du Nahe doch!
Du denkst der kindlich frohen Laute,

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Du denkst der sel’gen Blicke noch.

Wir hatten uns so ganz empfunden,
Wir suchten nicht das enge Wort;
Uns floß der rasche Strom der Stunden
In freien Melodieen fort.

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Du schiedest hin, die Welt ward öde,

Ich stieg hinab in meine Brust;
Der Lieder sanfte Klagerede
Ist all mein Trost und meine Lust.
Was bleibt mir, als in Trauertönen

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Zu singen die Vergangenheit?

Und als mich schmerzlich hinzusehnen
In neue goldne Liebeszeit?