Melpomene/Band 2/041 Bei dem Grabe eines ehrwürdigen Greisen

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aus: Melpomene
Seite: Band 2, S. 121–122
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[121]

41. Bei dem Grabe eines ehrwürdigen Greisen.

Melod. IV. VIII.

1. Welche wehmuthvolle Schauer,
Welchen tiefen Seelenschmerz,
Fühlet hier in tiefster Trauer
Jedes edle Menschenherz.

2. Denn wir stehn am Grabeshügel
Eines edlen Greisen hier,
Und vor diesem treuen Spiegel
Unsrer Zukunft beben wir.

3. Seine vielen Lebenstage
Flogen wie ein Pfeil dahin,
Jeder hatte seine Plage,
Jeder seine Lust für ihn.

4. Als ein treuer Diener Gottes
That er seiner Pflicht genug,
[122] Blieb ein Thäter des Gebothes
Bis zum letzten Athemzug.

5. Keine Müh war ihm zu bitter,
Keine Pflicht war ihm zu schwer,
Alle seine Leiden litt er
Gott zu lieb, und Gott zur Ehr.

6. Endlich schlug die letzte Stunde,
Schmerzlich brach sein Aug und Herz,
Und sein Geist, mit Gott im Bunde,
Stieg voll Hoffnung himmelwerts.

7. Trocknet also eure Thränen,
Freut euch seiner Seligkeit,
Denn er wohnet nur bei denen,
Die des Himmels Lust erfreut.

8. Lebet immer nun hienieden
Fromm, wie er, und tugendhaft,
Bis euch Gott den wahren Frieden
Dort im Himmelreich verschafft.