Melpomene/Band 2/088 Bei dem Trauergottesdienst für einen Krieger

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
<<< 088 Bei dem Trauergottesdienst für einen Krieger >>>
{{{UNTERTITEL}}}
aus: Melpomene
Seite: Band 2, S. 228–230
von: [[{{{AUTOR}}}]]
Zusammenfassung: {{{ZUSAMMENFASSUNG}}}
Anmerkung: {{{ANMERKUNG}}}
Bild
Jung Melpomene 2228.jpg
Wikipedia-logo.png Artikel in der Wikipedia
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
[[Index:{{{INDEX}}}|Wikisource-Indexseite]]
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe

[228]

88. Bei dem Trauergottesdienst für einen Krieger.

Melod. IV.

1. Welche wehmuthvolle Schauer,
Welchen hoffnunglosen Schmerz,
Fühlet hier in tiefester Trauer
Jedes edle Menschenherz!

2. Denn wir alle denken heute,
Unter tiefem Schmerzgewühl,
Eines Jünglings, der als Beute
Jenes blut’gen Krieges fiel.
[229]
3. Unser Bruder, Meinrad Kramer
Ist es, dieser junge Held;
Vor drei viertel Jahren kam er
Als Soldat ins weite Feld.

4. Bald betrat er jene Lande
Wo man auf die Feinde stieß,
Und die Pflicht zum Vaterlande
Siegen oder sterben hieß.

5. Muthig flog er, voll Vertrauen
Auf die Vorsicht, in die Schlacht,
Kämpfte sonder Furcht und Grauen
Von des Höchsten Aug bewacht.

6. Tausend fielen ihm zur Seite
Hingestreckt von Freundes Hand,
Während er im heissen Streite
Heldenmüthig focht und stand.

7. Durch des Krieges höchste Stürme,
Durch die[1] größte Wuth der Schlacht,
Stieg er über Leichenthürme
Glücklich aus der Todesnacht,

8. Doch, man war noch nicht am Ziele,
Immer wuchs die Krieges Wuth,
Endlich floß im Schlachtgewühle
Dieses tapfere Helden Blut.

9. Ganz bedeckt von vielen Wunden
Sank er kraftlos in den Sand,
Lag hier blutend unverbunden
Bis sein Lebenshauch verschwand.
[230]
10. Dieses war sein Lebensende,
Doch ihr Freunde! weinet nicht,
Denn er fiel in Gottes Hände
Als ein Opfer seiner Pflicht.

11. Jeder kommt zu seinem Ziele,
Wenn er nur den Himmel erbt,
Ob er dort im Schlachtgewühle,
Oder hier im Bette stirbt.

12. Ja, die Tugend nur bereitet
Uns des Himmels höchsten Lohn,
Und die Bahn der Pflichten leitet
Uns zu Gottes Gnadenthron.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. korrigiert, Druck- oder Reprintfehler („di“)