Mit Gnädiger Erlaubniß

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<<
Autor: unbekannt
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Mit Gnädiger Erlaubniß
Untertitel:
aus: Vorlage:none
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: um 1800
Verlag: Vorlage:none
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort:
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Oxford University
Kurzbeschreibung: Ankündigung einer artistisch-musikalischen Vorstellung.
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
De artist incledon.jpg
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[[index:|Indexseite]]

Editionsrichtlinien:
  • Als Grundlage dienen die Wikisource:Editionsrichtlinien
  • Die Wiedergabe folgt in der Schreibweise der Vorlage.
  • Übergeschriebene e über den Vokalen a, o und u werden als moderne Umlaute transkribiert.

Ausschnitt De artist incledon.jpg

Bildinschrift: Sans Par-aille[1]
Mit Gnädiger Erlaubniß.


WIrd hiermit allen Liebhabern curioser Schauspiele kund und zu wissen gethan / daß allhier ist ankommen ein vortrefflicher Künstler[2] / sowohl in der Music als auch in andern Künsten / der auf einem Instrument spielet / dergleichen nie gesehen noch gehöret worden / welches einen so vortrefflichen Thon von sich gibt / daß kein anders ihm könne vorgezogen werden / welcher auch die Gnade gehabt vor einigen Königen und deren gantzen Hof seine Kunst zu zeigen / und von den berühmtesten Music-Meistern auf den vornehmsten Academien der Music ist examiniret worden / gedachtes Instrument ist erst neu erfunden / und bestehet in 200. Seiten / welches lautet / als ob auf drey Partheyen gespielet würde / und hat bey vielen Königen und Herren wegen seiner Anmuthigkeit ein sehr grosses Lob davon getragen. Ferner wird er den Herren Zuschauern ein Spiel mit 11. Pfeiffen von einer Gleichheit praesentiren / dergleichen nie gesehen / nemlich er steckt eine in die ander / und stellet solche auf seinen Kopf / Nasen / oder auf den Rand seines Huts / mehr nimmt er einen Stock von 3. Schuch hoch und setzet darauf 3. Dutzend Gläser als eine Piramide / und setzet solche auf die Nasen mit der curieusten Manier unter den Spielen der Violin so er selbst verrichtet / nach diesem legt er sich nieder und stehet wieder auf / nimmt die Piramide und setzt sie aussen auf einen Reiff / ohne daß eines fällt / ebenmässig nimmt er eine Leiter von 12. Staffeln hoch / stellt ein Kind darauf / und setzet solche an seine Stirn / mit der grösten Verwunderung / er wird den Herren Zuschauern mit Däntzen / Foltesiren und Springen genugsame Ergötzung machen / er ändert auch alle Tage seine Exercitia[3] und wird allezeit mit raren und noch niemahls gesehenen Sachen den Herren Zuschauern aufwarten.


Der Schauplatz ist in dem Marstall / auf dem Fecht-Boden / und wird praecise um 2. Uhr der Anfang gemacht werden. NB. Solten einige respective Herren Liebhaber Belieben tragen / selbiges gerne in ihren Behausungen zu sehen / ist er erböthig / ihnen aufzuwarten. Logirt beym Spörl zwischen den Stegen.


NB. Heute Montags / als den 19. Januarii / spielet er zum letztenmal / und wird denen resp. Liebhabern mit einigen andern curiosen Stücken aufwarten.

Anmerkungen

  1. franz. sans pareille = unvergleichliche
  2. laut Angaben der Oxford University handelt es um den Engländer Charles Benjamin Incledon (1763-1826)
  3. lat. Übungen