Mittel gegen Sommersprossen

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Titel: Mittel gegen Sommersprossen
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aus: Die Gartenlaube, Heft 19, S. 324
Herausgeber: Adolf Kröner
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Erscheinungsdatum: 1895
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[324] Mittel gegen Sommersprossen. Es giebt wohl kaum einen anderen Schönheitsfehler, der so viele erfinderische Köpfe beschäftigt hat, wie die Sommersprossen. Die Zahl der Geheimmittel, die dagegen helfen sollen, ist erstaunlich groß, und nicht minder zahlreich sind die Hausmittel, die von alten erfahrenen Frauen auf die jüngeren vererbt werden. Viele von diesen Mitteln sind in der That wirksam, leider aber in ihrer Wirkung zweischneidig; werden sie ohne genügende Vorsicht angewandt, so verschlechtern sie die Hautfarbe oder bringen gar einen schlimmeren Schaden hervor. Wir wollen zur Warnung nur ein Beispiel mitteilen, das Dr. P. J. Eichhoff in seinem trefflichen Werke „Praktische Kosmetik für Aerzte und gebildete Laien“ anführt.

Eines Tages kam zu ihm eine junge Dame in die Sprechstunde. Sie hatte sich, um einige Sommersprossen wegzubringen, ein Mittel gegen teures Geld gekauft und gewissenhaft nach Anweisung jede einzelne Sommersprosse mit der Tinktur betupft. Diese, eine zu starke Sublimatlösung, hatte allerdings die Sommersprossen weggeätzt, aber an Stelle einer jeden derselben nun große, runde Geschwüre gesetzt, welche heftige Schmerzen verursachten und nach der Heilung Narben zurückließen, so daß die junge Dame aussah, als hätte sie die Blattern gehabt. Wer ein Hautwasser oder eine Schönheitssalbe anwendet, deren Zusammensetzung ihm nicht bekannt ist, setzt sich ähnlichen Gefahren aus. Selbst wenn er ein „wirksames und unschädliches“ Geheimmittel kauft, ist er in der Regel geschädigt, denn er muß den hochklingenden Titel und die teuren Reklamekosten mitbezahlen. Es dürfte darum für manche unserer Leserinnen von Wert sein, Mittel kennenzulernen, die gegen Sommersprossen helfen und die man sich für billiges Geld selbst bereiten kann. Nur wollen wir bei unserer Mitteilung ehrlich sein und von vornherein erklären, daß es kein Mittel giebt, durch welches Sommersprossen ein für allemal vertrieben werden. Der Schönheitsfehler kann nur für eine bestimmte längere oder kürzere Frist beseitigt werden; wer Anlage und Neigung dazu hat, muß daraus vorbereitet sein, daß die gelben Flecken sich wieder einstellen.

Das mildeste und zugleich unschädlichste Mittel ist nun der Borax. Man nimmt 15 g Borax und löst ihn auf in 20 g Kölnischem Wasser und 130 g destilliertem Wasser. Mit diesem Waschwasser reibt man täglich verschiedenemal die mit Sommersprossen behafteten Stellen des Gesichts ein. Es wirkt allerdings langsam, kann aber ohne Schaden so lange fortgebraucht werden, bis der Erfolg eingetreten ist. Zeigen sich die Sommersprossen wieder, so beginnt man mit den Einreibungen von neuem.

Dem Borax kann man auch Pottasche (kohlensaures Kali) zusetzen; man erhält alsdann die sogenannte Lilionèse, für die es mehrere Vorschriften giebt. Wer sie bereiten will, braucht nur 15 g Borax und 5 g kohlensaures Kali in je 80 g Rosenwasser und Kölnischem Wasser aufzulösen. Dieses Mittel reibt man des Abends in die Haut ein und wischt es morgens trocken ab. Vielfach wird dieser Mischung noch präparierter Talk zugesetzt, etwa 5 g auf die oben angegebene Menge. Dieser wirkt als weißes Schminkmittel mit, indem er die Haut undurchsichtiger macht und die Sommersprossen verdeckt.

Zu anderen, kräftiger und rascher wirkenden Mitteln sollte man auf eigene Hand nicht greifen, sondern nur unter ärztlicher Leitung. Denn selbst bei Benutzung sogenannter Hausmittel, wie grüne Seife, Essigsäure und Schwefelblumen, kann man sich leicht Hautentzündungen zuziehen, die viel schlimmer sind als der Schönheitsfehler, den man beseitigen wollte.