Nachträge und Verbesserungen zu unserem Bericht über die deutschen Colonien

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Autor: Wilhelm David Koner
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Titel: Nachträge und Verbesserungen zu unserem Bericht über die deutschen Colonien evangelischer Confession in Süd-Amerika.
Untertitel:
aus: Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. Fünfter Band. S. 180–181
Herausgeber: Wilhelm David Koner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1870
Verlag: Verlag von Dietrich Reimer
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Erscheinungsort: Berlin
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[180]
Miscellen.
Nachträge und Verbesserungen zu unserem Bericht über die deutschen Colonien evangelischer Confession in Süd-Amerika.
(Vergl. diese Zeitschr. III. 1869. S. 448 ff.)

Durch die Güte des Herrn Pastor Hoppe in Montevideo erhalten wir nachstehende Berichtigungen und Zusätze zu unserer früher gegebenen Statistik und Karte der deutschen Ansiedelungen in der Banda Oriental. In denselben wird zunächst die eine kleine Stunde ONO. von Montevideo gelegene und mit der Hauptstadt durch eine Pferde-Eisenbahn verbundene Stadt La Union erwähnt, in welcher einige deutsche Familien leben, die der Gemeinde in Montevideo angehören. Desgleichen haben sich in Tacuarembó eine Anzahl evangelischer Deutscher niedergelassen. Desgleichen ist die deutsche Estancia Santa Teresa in der Mitte zwischen Montevideo und Rosario, 5 Leguas südlich von St. José auf der Kiepert’schen Karte einzuzeichnen. – In Bezug auf die Stadt Rosario [181] findet sich sowohl auf der Karte als in unserem Begleitwort ein Irrthum. Mit dem Namen Rosario bezeichnet man nicht schlechthin die beiden piemontesischen und schweizer Colonien am Rio Rosario, sondern die Stadt Rosario, welche, nordwestlich von der ihr auf der Karte angegebenen Lage, auf das rechte Ufer des gleichnamigen Flusses zu setzen ist und zwar an den Rio Goya, einen Nebenfluß des Rio Rosario; ersterer mündet zwei Meilen unterhalb der Stadt Rosario in den letzteren, genau an der Stelle, auf welcher auf unserer Karte das Stadtzeichen von Rosario steht. Der Rio Rosario ist von diesem Punkte ab mit einer Biegung nach Osten zu zeichnen und dann bis zu seiner Quelle in nördlicher Richtung fließend. An dem linken Ufer des Rosario in dem beinahe rechten Winkel, den derselbe nach der Aufnahme des Rio Goya gegen Süden bildet, liegt die piemontesische Waldenser Colonie mit etwa 1200 Einwohnern, und an diese schließt sich östlich ganz unmittelbar den Fluß aufwärts die Schweizer Colonie Nueva Helvetia mit etwa 1000 Einwohnern, von denen die größere Hälfte evangelisch ist. Beide Colonien faßt man wohl zusammen mit der Bezeichnung: las colonias del Rosario, doch besteht der Name Nueva Helvetia fort. – Nach einem Bericht des Pastor Weigle in Dolores leben in den Departementen Colonia, Soriano und Paysandú im Ganzen 200 evangelische Familien, circa 1000 Seelen, von denen momentan jedoch nur 50 Familien der Kirchengemeinde angehören. Die bevölkersten Punkte deutscher Ansiedelungen umfassen durchschnittlich nur 18 Familien, die geringste nur 2–3. Im Departement Colonia sind die bedeutendsten deutschen Ansiedelungen die obengenannte Colonie Nueva Helvetia; dann folgt die Estancia San Juan mit 70 Seelen; eine dort bestehende Filialgemeinde hat sich im Jahre 1868 aufgelöst. Außerdem leben dort auf 20 □M. zerstreut noch circa 100 Seelen. Im Departement Soriano ist der wichtigste Punkt die Estancia Nueva Alemania oder Concordia; ihre Lage ist auf Karte falsch angegeben; sie liegt vielmehr 3 Leguas WSW. von Dolores und grenzt auf 2 Stunden Länge an den Uruguay. Dolores, oder mit vollständigem Namen Dolores de San Salvador, hat momentan nur 20 Seelen. – Im Departement Paysandú liegen die bedeutendsten deutschen Ansiedelungen im ganzen Gebiet der Banda Oriental. Obenan steht die Estancia Nueva Mehlen (nicht Belem der Karte) mit 130 Seelen, sodann das im Aufblühen begriffene Hafenstädtchen Fray-Bentos mit 100 Seelen, welche sich sämmtlich der Kirchengemeinde von Dolores angeschlossen haben. In Paysandú selbst leben nur noch 40 deutsche Protestanten, und auf einem Halbkreis von 20 Leguas nur etwa noch 50 Seelen. In der Colonie San José ist das Deutschthum bereits ganz verschwunden, und finden sich dort nur noch 60 Seelen; einzelne andere deutsche Familien führen auf einer Strecke von 20 Leguas vom Uruguay entfernt ein nomadisirendes Leben. In der Stadt Salto hat sich im Jahre 1868 eine englische Gemeinde gebildet, der sich die dort lebenden 70 bis 80 Deutschen angeschlossen haben.

– r.