Nieder, bzw. Hoch die Frauen!

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
Textdaten
Autor: Kurt Tucholsky
unter dem Pseudonym
Theobald Tiger
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Nieder, bzw. Hoch die Frauen!
Untertitel:
aus: Ulk Jahrgang 48. Nummer 8. Seite 26
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 21. Februar 1919
Verlag: Rudolf Mosse
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Berlin
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: UB Heidelberg und Scan auf Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo.png Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[[index:|Indexseite]]


[26]
     Nieder, bzw. Hoch die Frauen!

 Von Theobald Tiger

Heute wollen wir ein Liedlein singen,
denn es muß einmal gesungen sein.
Pegasus, erhebe deine Schwingen –!
Wie wirds künftig mit den Frauen sein?

5
Sieh mal, allerorten sind sie drinnen

in dem weitverzweigten Tageslauf –
sie sind Aerzte und Budikerinnen –
 Hört das etwa auf?

Wenn die Arbeitslosen, vollgegessen,

10
eines Tags so fett geworden sind,

daß man schon aus sportlichen Interessen
die Saison der Arbeit froh beginnt –:
geht die Frau dann in den alten Rahmen,
pflegt sie wieder den Familiensinn?

15
Schalterfräulein und die Botendamen

und die schiefbemützte Schaffnerin?

Dies macht Tigern mächtig großen Kummer.
Aber eines weiß er ganz genau:
daß da manche alte, dufte Nummer

20
ihm erhalten bleibt. Man braucht die Frau!

So zum Beispiel jene zur Verbreitung
unserer Presse an der Straßenbahn.
Sie verkauft die „Deutsche Tageszeitung“ –
Armes Weib – was hat man dir getan

25
Und dann die, die schon alt eingesessen.

Eine, die besitzt ein kleines Haus
auf dem Magdeburger Platz. Indessen
keine Staatsumwälzung holt die raus.
Damen gibt es, die sind unentbehrlich

30
in dem großen deutschen Staatenbau.

Manchem ist dies manchmal recht beschwerlich.
Ach ja, ja… Zum Beispiel: meine Frau…

(Aber dafür einen Kerl – das wäre dumm.
Nur: ich tauschte sie ganz gerne um.)

35
O Maries! Rosalien! Josephinen!

Müßt ihr wirklich so viel Geld verdienen?
Kehrt zurück in der Familien Schöße!
Küßt dem Mann die Stirn und bratet Klöße,
daß uns armen Männern dies nicht länger fehle:

40
heile Strümpfe und die liebend warme Seele!