Pariser Bilder und Geschichten/Eine Arbeiter-Hochzeit

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Dr. B–r.
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Eine Arbeiter-Hochzeit
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 31, S. 446–448
Herausgeber: Ferdinand Stolle
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1858
Verlag: Verlag von Ernst Keil
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[446]
Pariser Bilder und Geschichten.
Eine Arbeiter-Hochzeit.


Samstag ist der gewöhnliche Tag der Hochzeiten in Paris. Die zwölf Mairien oder Bürgermeistereien, vertheilt in die verschiedenen Quartiere der Stadt, reiche und arme, belebte und fast geräuschlose, werden das Theater der buntesten, festlichen Scenen. Während in den aristokratischen und handelsreichen Vierteln lange Reihen Wagen die eleganten Brautleute, Eltern und Zeugen abladen, drängen einander kleine, aber lebhaft wechselnde Gruppen einfach gekleideter Leute um die Thore, auf den Stiegen und in den Corridors der Mairien der Arbeiterbezirke.

An diesem Tage sehen Sie keine Blouse vor dem ernsten Gebäude, auf dem über der klingenden Uhr die dreifarbige Fahne flattert. Selbst der bescheidene Eckensteher, welcher das Recht erhielt, die Wagenthüren zu öffnen und den Tritt herabzuschlagen, den Arm der jungen Braut und der alten Mutter zum Heraussteigen zu bieten, auch er hat seine stattliche Toilette gemacht, den abgetragenen aber gebürsteten Frack, den hohen Cylinderhut oder die beste Mütze, baumwollene weiße Handschuhe und eine Art von weißer Halsbinde hervorgesucht und sein freundlichstes Lächeln über sein gebräuntes Gesicht gebreitet.

Der Bräutigam, auch wenn er bescheiden zu Fuß einherschreitet, glänzt auf fünfzig Schritte mit seinem kunstreich gearbeiteten Vorhemdchen zwischen dem säubern schwarzen Rocke oder Fracke und hat seine derbe Hand, mit der er vor dem ersten Bürgermeister und der ganzen Versammlung die Feder führen soll, in neue Handschuhe gezwungen, die zu zerspringen anfangen. Die Braut, schüchtern wie ein Landmädchen, die musternden Blicke aller Neugierigen des Stadttheiles aushaltend, in ihren neuen, noch knisternden Schuhen, dem leichten wohlfeilen weißen Kleide und dem künstlichen weißen Blumenkranze im Haar, vielleicht ihre einzigen, leicht vergoldeten Geschmeide an Hals und Handgelenk; und die wenigen Zeugen folgen in ceremoniöser Haltung dem jungen Manne, der heute Alles ordnen und tragen muß – das ganze Gebäude seiner ersehnten Hochzeitsfeier, die ihm so manchen Gang in Kanzleien und Sacristeien und die wenigen ersparten Zwanzigfrankenstücke kostet.

Ich hatte versprochen, Zeuge zu sein, und kam in Eile über den Platz vor der Mairie gelaufen; von Weitem erkannte ich den Vater der Braut, einen geschickten, alten Tischler, an seinem hohen schwarzen Hute neben der Bärenmütze eines Gensd’armen über die Menge hervorragen. Der Gensd’arm war der Vater des Bräutigams und aus den Pyrenäen gekommen, um durch seine stattliche Gestalt und Uniform der Feier Glanz zu verleihen; ich selbst kenne den Geschmack des Volkes und war in Ueberrock und dunklen Handschuhen, aber mit zwei buschigen Blumensträußen für Braut und Ehrenfräulein erschienen.

Der Pariser Arbeiter führt nicht ganz das lustige Leben, das unsere und französische Feuilletons ihm reichlicher schenken, als der Himmel; er fürchtet im Gegentheil viele Götter, den Hausherrn und den Bäcker, seine Cameraden und die Krankheit, kurz Alles was ihn um die Arbeit bringen kann und ihn im Elend unbarmherzig behandelt. Einen Doctor zum Freunde zu haben, ist daher ein beneidetes Glück unter diesem Theile der Pariser. Man hatte mich am Thore erwartet und grüßte mich herzlich.

„Wir haben Nummer 39,“ tröstete mich der alte Gensd’arm, „und kommen erst in einer Stunde an die Reihe.“ Aber der Brautführer (le garçon d’honneur), ein Lithograph meiner Bekanntschaft, der größte Weltmann unserer kleinen Gesellschaft, vielgeübt in zierlichen Worten und anmuthigen Manieren, ordnete schnell seinen Zug, nahm die beiden jungen Frauen unter die Arme und schritt voran in der Stellung, wie auf seinen Lithographien der Kaiser Napoleon erlauchte Gäste die Haupttreppe der Tuilerien hinaufführt. Ich übernahm die alte Mutter und die Arbeitgebern der Braut, eine lustige, geschwätzige Pariser Kinderschuhfabrikantin; die alten Väter escortirten den Bräutigam, die übrigen Männer folgten.

Im großen Saale des ersten Stockwerkes konnten Sie unsere Pariser Gleichheit beobachten. Mit einem einzigen Blicke hätten Sie die zwanzig Hochzeiten unterschieden, welche eben versammelt waren. Während der Maire, mit der dreifarbigen Schärpe um den Frack und mit dem bürgerlichen Gesetzbuche in der Hand, eben zwei Personen der reicheren Bürgerschaft zu lebenslangem Leid und Freud’ vereinigte und die Gäste dieses Paares in allem Edelgestein, Gold und Seidenzeug prangten, bereiteten sich zwei arme Seelen, beide längst über der Jugend Uebermuth hinaus, mit sorgengefalteten und gelblich verwelkten Gesichtern, in schüchterner Haltung und dürftiger Kleidung vor, um zunächst vor den Maire zu treten; ein einziger Zeuge, alt, gebrechlich und arm, wie sein Ehepaar, stellte sich so gerade als möglich hinter diese und schien verlegen in der Richtung der Thür den zweiten Zeugen zu erwarten, der zu zögern schien; vielleicht saß dieser Unglückliche daheim, vergeblich auf das einzige Sonntagshemd wartend, das die trügerische Wäscherin auf neun Uhr früh versprochen hatte. Alle Gruppen hatten sich streng gesondert; die unsrige, Dank dem erfahrenen Anordner, unserem Lithographen, machte einen sichtbaren Effect in ihrer stolzen Einfachheit; dieser hatte die drei schönen Frauen unserer Gesellschaft klüglich gruppirt und vorangestellt, die sechs martialischen Männer auf den zweiten Plan vereinigt und die alte Mutter sammt zwei „unlithographischen Figuren“, wie er mir zuflüsterte, zwei Arbeitscameraden des Bräutigams, hinter den Ofen geschoben, vor dem wir Posto gefaßt hatten.

Da trat die reiche Bürgerschaft zurück und der Amtsschreiber rief zwei Namen auf, welche deutsch klangen; die armen drei Leute thaten einige Schritte vorwärts, „ohne alle Haltung,“ versicherte unser Gensd’arm, „häßliche Gesichter,“ sagte die Fabrikantin mit einer gewissen Miene, „um den raffinirtesten Zeichner zur Verzweiflung zu bringen,“ rief der Lithograph kopfschüttelnd aus.

Eine leise Unterredung zwischen dem Amtsschreiber und dem invaliden Zeugen fand inzwischen statt; das ärmliche Ehepaar stand gesenkten Hauptes, lautlos seine Verdammung erwartend. Auf ein Wort, das der Schreiber dem Maire in’s Ohr flüsterte, rief dieser laut und mit abwehrender Hand: „bis nächsten Samstag; und bringen Sie zwei Zeugen mit.“

[447] Der Schreiber bereitete sich vor, einen neuen Namen aufzurufen; der einzelne Zeuge, erschöpft von den Anstrengungen seiner diplomatischen Verhandlung und vielleicht auch am Ende seines bürgerlichen Muthes, suchte die Bank und rief:

„Mein Gott! ich bin 120 Stunden weit hergekommen und muß wieder nach Hause.“

„Na, so warte Se bisch zu Ende; der Herre Borgermeister wörd sich scho erweiche lasse,“ rief der Amtsschreiber, „der Andere kimmt vielleicht noch!“

Es waren also Lothringer; auch der Schreiber.

Ich schritt rasch vor und bat den Maire, mich als Zeuge anzunehmen; ein bejahendes Kopfnicken des Maire, der wieder nach seinem Gesetzbuche griff – dann schoben der Schreiber und ich die drei furchtsamen Leute vorwärts, in drei Minuten war Alles vorüber; die Namensunterschrift hatte zwei Minuten gebraucht; der Mann war Schuhflickergesell, 48 Jahre alt, die Frau Köchin in einer kleinen Garküche, 47 Jahre alt; diese Beiden hatten den Rest der Geistesfassung verloren und wankten stumm der Thüre zu; der Zeuge, aus F. an der preußischen Grenze gebürtig, drückte mir die Hand und bat mich, wenn ich einmal nach F. käme, . .

Aber ein neuer Namens-Aufruf erscholl; lebhafte junge Arbeiter aus der sogenannten Künstlerwelt, umschwärmt von muthwilligen Freunden, Zimmermalern, Tapetenzeichnern, Möbeltischlern, eilten vor den Maire und ich trat zu meinen Leuten, wo ich von dem Lithographen mit seiner schärfsten Kritik empfangen wurde:

„Das heißt doch Effect verlieren, wenn man ihn Anderen leiht.“

„Es ist doch ein fürchterliches Gesindel in diesen, Paris,“ brummte der Gensd’arm.

„Sie haben Ihre Adresse angeben müssen,“ warnte die Fabrikantin, „man wird Sie schon zu Neujahr zu finden wissen.“

Die Reihe war spät an uns gekommen und die Gäste bekannten einen heißen Hunger, als wir auf der Straße standen. Der Lithograph wollte ein ganz kleines Gabelfrühstück auf dem Wege zur Kirche organisiren, „das nehme sich ganz gut aus;“ der Gensd’arm versicherte, daß das in der Ordnung sei – aber die Frauen fürchteten, mit zerdrückten Kleidern in die Kirche zu kommen, und wir entschlossen uns, den ersten Befehlen der Pantoffelherrschaft zu gehorchen.

In einer kleinen Pfarrkirche der Vorstadt St. Antoine, in einem der verwickeltesten Straßengewirre, wo die Braut geboren war, wurde die Einsegnung vollzogen. Als wir in die Sacristei traten, fanden wir unsere armen Lothringer eben im Begriff, ihre Namen in das Kirchenregister einzutragen; sie hatten ihren zweiten Zeugen aufgetrieben und mitgebracht und blickten muthiger drein. Als der alte Bräutigam herzhaft und auf gut lothringisch den Pfarrer fragte, was er schuldig sei, versetzte dieser mürrisch und im andern deutschen Dialekte der Franzosen, im elsässischen:

„Dreißig Sous für Euch, Andere müschten dri Franke zohle.“

Während unsere eigenen Brautleute sich dem Schreibtische näherten, flüsterte der Gensd’arm, vor Hunger um seine Besonnenheit gebracht:

„Wir werden gar nicht fragen, gar nichts zahlen und ganz im Rechte sein.“

Ein junger Mann eilte durch die offene Thür herein, machte den fortgehenden vier Lothringern ein vertrauliches Zeichen, zu warten und ergriff, freundlich und Herzlich mich grüßend, meine Hand.

„Ich erfahre eben,“ sagte er, „daß Ihre Gesellschaft und die meinige in demselben Restaurant an der Stadt-Barriere das Hochzeitessen halten werden; Sie haben schon Ihr Scherflein diesen armen Leuten gebracht,“ fuhr er fort, nach den Lothringern blickend, die verlegen an der Thüre standen, „wir wollen das Unsrige thun und wir bitten Sie nur, uns das Vergnügen zu machen, in unseren Saal zu kommen und mit diesen armen Leuten anzustoßen; wir werden sie in eine Ecke des Saales setzen und tractiren; wir haben uns geschämt, daß unter uns dreißig jungen Leuten kein Einziger das Herz gehabt hat, sich als Zeuge anzubieten.“

Ich drückte ihm die Hand und bat ihn, mir kein Verdienst daraus zu machen, daß ich zufällig etwas Lothringisch verstehe.

„Ah, das war Lothringisch?“ rief der Franzose, „wir glaubten Alle, das sei Preußisch. Aber das thut nichts; versprechen Sie, zu kommen?“

„Ja, gewiß; aber die arme Person ist Köchin und kann vielleicht nicht von ihrer Arbeit abkommen.“

„Haben Sie keine Sorgen, wir werden Alles schlichten; wir sind lauter Künstler und werden wohl einem Bourgeois und seiner Frau das Herz umzudrehen verstehen; ich bin Fortepianobauer, Arbeiter, und hier ist meine Karte.“ -

Er ließ mich stehen und zog schnell seine Gäste nach sich hinaus, so daß die verdutzten Leute fast über die Sacristeithüre in die Kirche gestürzt wären, wo noch mehrere junge Männer von der Hochzeit standen, die ich in der Mairie gesehen hatte.

Der Gensd’arm rollte mittlerweile seine großen, schwarzen Augen Allen zu und schien in der Geldbörse, die er in der Hand hielt, die Taxen oder das Geschenk für den Pfarrer bereit zu halten. Wir begriffen und näherten uns der Thür.

„Herr Pfarrer,“ begann der Gensd’arm in voller Haltung, „ich weiß, daß wir Ihnen nur höflich zu danken haben, und das thue ich denn auch, wie es sich gehört.“

Er verneigte sich und ich erblickte keine Börse mehr in seiner Hand. Der Pfarrer erstaunte, aber ein flüchtiges Lächeln um seinen gutmüthigen Mund beruhigte mich über die Folgen für den sprudelköpfigen alten Soldaten.

„Herr Brigadier,“ versetzte der Geistliche, den Rang des Gensd’armen nennend, „ich habe diese dreißig Sous von den armen Leuten nicht für mich verlangt; ich habe nur arme Pfarrkinder und die müssen mir helfen, die elendesten zu unterstützen – wollen Sie mir wohl fünf Franken im Namen der Gesellschaft in meine Armencasse beisteuern?“

„Herr Pfarrer,“ bat ich, „wir werden zusammenlegen und Sie dann zusammen bitten, unserem alten Herrn zu verzeihen; er hat heftigen Hunger und der Hunger ist ein schlechter Rathgeber.“

„Mein Gott, mein Gott, Herr Pfarrer, nom de Dieu – ah, jetzt fange ich noch an zu fluchen – also ich schweige und bitte Sie nur um Ihre Hand.“

Die beiden Herren machten Frieden, und wir legten zehn Franken zusammen, wovon der Pfarrer nur fünf annahm.

„Es ist Ihnen doch nicht der Hunger vergangen?“ frug ich boshaft meinen alten Brigadier, als wir auf der Straße standen.

„Im Gegentheil,“ sagte er ehrlich, „so oft ich Etwas bewundere, so gibt mir diese Rührung nur noch mehr Appetit; Bewunderung, Freude, Mitleid, ein guter Schlaf, selbst Zorn, kurz jede moralische Regung menschlicher Gefühle ... aber sehen wir, daß wir zum Essen kommen. Meine Damen, Ihre Kleider gehören jetzt der Gesellschaft und nicht mehr aller Welt – also marsch! Herr Lithograph, organisiren Sie.“

Wir saßen schon eine volle Stunde in einem Gartenhäuschen des Gastwirths „Zum fröhlichen Invaliden“ an der Barriere de Grenelle und ich hatte dem jungen Bräutigam meinen muthmaßlichen Antheil an der Zeche eingehändigt; denn solche Arbeiterhochzeiten werden auf gemeinschaftliche Kosten gefeiert. Wir hatten den Brunnen der gewöhnlichen Galanterien längst erschöpft, und Jeder von uns zeigte schon den wahren Grund seiner heitern Laune; der Gensd’arm namentlich begann, die jungen Damen zu necken, und ich hatte ohne große Mühe meine linke Nachbarin, die nun natürlich gewordene Fabrikantin, dahin gebracht, uns Lieder aus der Bretagne zu singen, als die Thüre aufsprang, und meine neuen Freunde, die Künstler, hereinbrachen, sich dann lebhaft entschuldigten und uns baten, mit ihnen auf einen Augenblick in ihren Speisesaal zu kommen, wo das herzlichste Einvernehmen zwischen Lothringen und Frankreich hergestellt sei.

Als wir eintraten, spielte ein junger Mann auf der Clarinette einen langsamen Walzer; alle Gäste bildeten den Kreis und in der Mitte des Saales, wo man die Tische weggeräumt hatte, tanzten die vier Lothringer mit Ernst und Kunst einen Ländler, wie man in Schwaben ihn noch sieht.

Ich sah wohl, daß die drei Männer ziemlich getrunken hatten, und daß die Gutmüthigkeit dieser Herren Künstler boshafter oder muthwilliger Weise sich einen Spaß nicht versage. Nach dem Tanze war es auch nicht schwer, mit Hülfe der nüchtern gebliebenen alten Köchin, der Braut nämlich, die Ehre des Tages zu retten. Wir luden sie ein, auch uns die Ehre ihres Besuches zu schenken, und von da konnte die Köchin ihren schwachköpfigen neuen Gemahl nach Hause schaffen. Der Vetter, welcher 120 Stunden Wegs nach Hause hatte, schlief in einem Winkel unseres Saales ein; nur der vierte Lothringer, der unglückliche Zeuge von heute früh, hielt mit uns aus, bis wir uns trennten.

[448] Er hatte einem der Herren Künstler im andern Saale gestanden, daß er in der That am Morgen vollständig verhindert gewesen sei, auf die Mairie zu kommen. Sein einziges Paar Schuhe, sagte er, habe der Schuhflicker, sein Landsmann, der Bräutigam nämlich, versprochen, früh zeitig ausgebessert zu bringen. Der Mensch, fuhr der Zeuge fort, ohne ein zweideutiges Lächeln hinter seinem breiten Gesichte ganz verbergen zu können, der arme Mensch aber habe wahrscheinlich in seiner verliebten Sehnsucht auch sein Pech vergessen, und als sie ihn nach der Mairie aufgesucht hätten, um ihn auszuzanken, habe sich der verliebte Bräutigam an die Schuhe erinnert, und eine halbe Stunde lang arbeiten müssen, um ihn in die Kirche mitnehmen zu können.

Dr. B–r.