Prinz Vogelfrei

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Textdaten
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Autor: Friedrich Nietzsche
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Titel: Prinz Vogelfrei
Untertitel:
aus: Idyllen aus Messina. In: Internationale Monatsschrift. Zeitschrift für allgemeine und nationale Kultur und deren Litteratur. Band I, 5. Heft (Mai), S. 269-270
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1882
Verlag: Ernst Schmeitzner
Drucker: G. Lamprecht
Erscheinungsort: Chemnitz
Übersetzer: {{{ÜBERSETZER}}}
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Quelle: nietzschesource.org und commons
Kurzbeschreibung:
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[269]

 Prinz Vogelfrei.

So häng ich denn auf krummem Aste
Hoch über Meer und Hügelchen:
Ein Vogel lud mich her zu Gaste –
Ich flog ihm nach und rast’ und raste

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Und schlage mit den Flügelchen.


Das weisse Meer ist eingeschlafen,
Es schläft mir jedes Weh und Ach.
Vergessen hab’ ich Ziel und Hafen,
Vergessen Furcht und Lob und Strafen:

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Jetzt flieg ich jedem Vogel nach.


Nur Schritt für Schritt – das ist kein Leben!
Stäts Bein vor Bein macht müd und schwer!
Ich lass mich von den Winden heben,
Ich liebe es, mit Flügeln schweben

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Und hinter jedem Vogel her.


Vernunft? – das ist ein bös Geschäfte:
Vernunft und Zunge stolpern viel!
Das Fliegen gab mir neue Kräfte
Und lehrt’ mich schönere Geschäfte,

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Gesang und Scherz und Liederspiel.
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Einsam zu denken – das ist weise,
Einsam zu singen – das ist dumm!
So horcht mir denn auf meine Weise
Und setzt euch still um mich im Kreise,

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Ihr schönen Vögelchen, herum!