Pulsnitz (Störzner)

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Textdaten
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Autor: Friedrich Bernhard Störzner
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Titel: Pulsnitz
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aus: Was die Heimat erzählt. Sagen, geschichtliche Bilder und denkwürdige Begebenheiten aus Sachsen, S. 214
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Erscheinungsdatum: 1904
Verlag: Arwed Strauch
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Erscheinungsort: Leipzig
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94. Pulsnitz.

Ein Ort von hohem Alter ist die heutige Stadt Pulsnitz. Sie gehört ganz entschieden zu den ältesten Ortschaften in der westlichen Lausitz. Ihre Gründung fällt in eine sehr frühe Zeit. Veranlassung zur Gründung hat wahrscheinlich die große Heer- und Handelsstraße gegeben, die seit der Völkerwanderung durch das östliche Sachsen von Schlesien her nach der Elbe führte. Ursprünglich war der Ort nur ein Bollwerk, dessen Reste in dem Schlosse und seiner Umgebung zu suchen sind.

Die Schreibart des Namens hat mit der Zeit verschiedene Wandlungen durchgemacht. So findet man folgende Bezeichnungen für die jetzige Stadt Pulsnitz: Powoncz, Polczniz, Polzniz, Polsnitz, Polsniz, Polsenitz, Polz, Poltz und Pulß. In einer Urkunde des Domstiftes Meißen vom 27. Februar 1140, in welcher Papst Innocenz II.[WS 1] der Stiftskirche daselbst alle Rechte und Besitzungen, namentlich die Erwerbung von 5 Dörfern in der Provinz Nisane durch Schenkung eines slavischen Edelmannes namens Bor bestätigt, ist Pulsnitz „Bulsize“ geschrieben. Der Name stammt mit Sicherheit aus dem Wendischen. Die Stadt hat ihn mit dem an dem Orte vorüberfließenden Flüßchen gemein, das seit Anfang des 9. Jahrhunderts als Grenzfluß gegolten hat. Die Pulsnitz bildete damals die Grenze zwischen dem deutschen und dem wendischen Gebiete. Zu wiederholten Malen überschritten zwar die Wenden diesen Grenzfluß, mußten ihn aber immer wieder als solchen anerkennen.

Im Jahre 1355 erhielt Pulsnitz vom Kaiser Karl IV. Marktgerechtigkeit, und 20 Jahre später wurde es durch denselben Kaiser zur Stadt erhoben. Da die alte Heidenstraße nach Anlegung eines neuen Verkehrsweges zwischen Budißin (Bautzen) und Dresden nach und nach verödete und nunmehr der Hauptstrom des Verkehrs auf diesem nach der Elbe hinging, konnte man die beträchtlich breite Heidenstraße bis zur Breite einer Gasse einziehen, an deren beiden Seiten mit der Zeit Häuserreihen entstanden.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Innozenz II.: Papst von 1130 bis 1143