RE:Aia 1

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,1 (1893), Sp. 919–920
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Aia (Αἶα, Aea; αἶα = Land, bei Homer und andern; vgl. Et. M.). 1) Das unbekannte mythische [920] Land jenseits des grossen nordöstlichen Meeres, das Reich des Aietes und das Ziel der Argofahrt. Dort, am Rande des Okeanos, bei den Aithiopen, liegen in goldener Kammer die Strahlen des Helios, von dort beginnt der Gott seinen Tageslauf. Mimnermos fr. 11. 12 Bgk. Eine Beziehung auf Helios enthält auch der Namen Τιτηνὶς Αἶα, Ap. Rh. IV 131. Später, nachdem die fernen Gestade des Pontos bekannt geworden waren, sah man allgemein in Kolchis das gesuchte Land. Eumelos fr. 2 K. Hdt. I 2. VIII 193. 197 (Αἶα ἡ Κολχίς). Ursprünglich ebenfalls mythisch ist der Phasis, an dessen Ufern sich die Stadt A. erhebt. Ihre Entfernung von der Küste wird verschieden angegeben. Strab. I 45. Plin. VI 13. Steph. Byz. Skyl. 25 Fabr. Schol. Ap. Rh. IV 277. II 417; vgl. Schol. Ap. Rh. III 1074. 1093.[1] Nach Timonax im Schol. Ap. Rh. IV 1217 wurden dort das Gemach der Medeia, ein Heiligtum des Iason und andere Sehenswürdigkeiten gezeigt. Die Einwohner sollten aus Ägypten stammen. Hdt. II 104f. Ap. Rh. IV 272f. Nach Steph. Byz. s. Διοσκουριάς hiess Dioskurias früher Aia.


  1. Nach einem Autor bei Steph. Byz. und Plin. VI 13 lag A. 300 Stadien von der Meeresküste entfernt im Binnenlande, nördlich vom Phasis, auf einer von den Nebenflüssen desselben, Hippos und Kyaneos, umflossenen Halbinsel. Diese Beschreibung passt auf die νῆσος des Agathias II 21 (georg. Isuléthi, von lat. insula), im Gau Odiši zwischen dem Tschenis-tsqali (Δεκωνός Agath.) ‚Pferdefluss‘ (= Ἵππος) und dem Techuri (= Κυάνεος), an welch letzterem die Ruinen Nakhalakhewi d. i. Ἀρχαιόπολις (Procop. b. Got. IV 13. 14. Agath. II 22) liegen. Procop. b. Got. IV 14, der vom Namen Κυταΐς ausgeht, hält A. für das östlicher am Phasis selbst gelegene Khuthathisi, Κοτατίσιον.