RE:Aiolis 4

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,1 (1893), Sp. 1036
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4) Θέα σεβάστα Αἴολις καρποφόρος (einmal Bull. hell. IV 432 θέ[αν 13–15 Buchstaben] λάαν Αἴολιν κτλ.), der Name, unter welchem die ältere Agrippina zum Andenken an ihren Besuch 18 n. Chr. auf Lesbos und die dort erfolgte Geburt der Iulia (Tac. ann. II 54) in Mytilene 20–31 n. Chr. einen Kaiserkult erhielt, zusammen mit ihrem Gemahl Germanicus (νέος θέος, d. i. Ζαγρεύς der Orphika frg. 191), CIG 2183 (auf einen Gymnasiarchen der Göttin); Münze von Mytilene Eckhel VI 214. Nach Bechtel Dial. Inschr. I p. 91 zu nr. 229 ist auf der Inschrift Bull. hell. IV 432 ebenso auch 49–58 die Kaiserin Agrippina gemeint (wegen Dial. Inschr. I nr. 228, während Pottier-Houvette auch hier an die ältere Agrippina denken). Diese A. καρποφόρος wird die umgewandelte Demeter sein, welche Crusius (Roschers Myth. Lex. I 1389 und Lieferung 18 Umschlag) in der θέα Ἐτηφίλα des mytilenaeischen Steins CIG 2192 b (Nachträge) erkannte; vgl. Ephem. epigr. II p. 7 = Dial. Inschr. I nr. 253. Philologus N.F. III 1890, 716, 22. In ‚Aiolien‘ (Kyme ?) ist θέα Αἴολις καρποφόρα (sic) Kultname der älteren Agrippina: CIG II 3528. Es ist der dynastisch umgemodelte ältere Kult der Δημήτηρ καρποφόρος καὶ θέοι καρποφόροι θέοι τελεσφόροι: CIG 2175 (vgl. 2192), der mit dem berühmten mytilenaeischen Asklepioskult zusammen aus Epidauros (Demeter καρποφόρος: Ἐφ. ἀρχ. 1883, 183 nr. 50, Asklepios und Hygieia τελεσφόροι ebenda 1884, 23 nr. 63. 91 nr. 33. 149 nr. 39) zu stammen scheint (dieselbe Kultgruppe in Athen, Eleusis, Tegea, Epidauros: Wide Sacra Troezenia Hermion. Epid. Diss. Upsala 1888, 53).