RE:Apollonis 4

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band II,1 (1895), Sp. 163–164
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4) Aus Kyzikos (die Form Ἀπολλωνίς bei Strab. XIII 624. 625. Plut. de frat. amor. 5 p. 480 C. Anth. Pal. III wird durch die Inschriften als die richtige erwiesen; Polybios XXII 20 und Suidas [164] nennen sie Ἀπολλωνιάς, letzterer s. Ἄτταλος auch Ἀπολλωνία. Sie war wohl spätestens im J. 238 v. Chr. geboren (Fraenkel Inschr. v. Perg. S. 88). Wiewohl sie einer bürgerlichen Familie entstammte δημότις Polyb.), wurde sie zur Gemahlin des Königs Attalos I. von Pergamon erhoben. Sie gebar ihm vier Söhne, Eumenes, Attalos, Philetairos und Athenaios (Strab. Pol. a. O.). Sie war im Altertum berühmt wegen ihrer Geistes- und Herzensgaben. Im besonderen wurde ihr Verhältnis zu den Söhnen bewundert. Ein Ehrendecret der Antiochener vom J. 175 v. Chr. preist sie und ihren Gemahl wegen der Erziehung ihrer Kinder (Fraenkel Inschr. v. Perg. nr. 160; vgl. die Inschrift aus Hierapolis ebd. S. 107). Den Tod ihres Mannes hat sie noch lange Zeit überlebt (Polyb. a. O.). Nach Fraenkel a. O. S. 88 fällt ihr Tod zwischen 166 und 159. In ihrer Vaterstadt Kyzikos war ihr ein Tempel errichtet, dessen Reliefs mythische Beispiele von Kindesliebe darstellten (Anth. Pal. a. O.). In Teos wurde sie nach ihrem Tode als θεὰ Ἀ. Εὐσεβὴς Ἀποβατηρία verehrt (Dittenberger Syll. 234, 15ff.). Schon bei Lebzeiten waren ihr unter dem Kultnamen Εὐσεβὴς (ohne θεά) göttliche Ehren erwiesen worden (vgl. die Inschrift aus Hierapolis bei Fraenkel S. 39). Als Mutter Attalos II. wird sie in Inschr. v. Perg. nr. 169, als Mutter des Philetairos bei Dittenberger Syll. 221, 3 gefeiert. Vgl. Meier Pergam. Reich (Ersch und Gruber) 369. 411.