RE:Appia aqua

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band II,1 (1895) Sp. 215
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Appia aqua, die älteste Wasserleitung in Rom, von den Censoren des J. 442 = 312 Appius Claudius und C. Platius (der ob inquisitas eius aquae venas Venox appellatus est, Frontin. aq. I 5, vgl. Fasti cos. Cap. ad a. 312) begonnen, vom ersteren nach dem Rücktritt seines Collegen (intra annum et sex menses deceptus a collega tamquam idem facturo abdicavit se censura Plautius, Front. a. a. O.) allein zu Ende geführt (Elog. Ap. Claud. CIL XI 1827 = I² p. 192 nr. X). Die Quellen liegen nach Frontin in agro Lucullano, zwischen dem siebenten und achten Meilenstein der Via Praenestina, diverticulo sinistrorsus passuum septuaginta: Lanciani behauptet, dass an der angegebenen Stelle nicht die geringsten Wasseradern zu finden seien und will statt der via Praenestina die Collatina einsetzen. Dann seien die Quellen der A. a. identisch mit den in der Tenuta Rustica existierenden (s. Nibby Analisi I 214. Parker Archaeology of Rome, aqueducts 5). Die Länge der Leitung betrug 11190 Schritt, davon nur 90 auf Bogen, der Rest unterirdisch. Der Lauf ist nachweisbar nur in der Nähe der Stadt, sie erhielt ad Spem veterem (unweit Porta Maggiore) eine von Augustus angelegte ganz unterirdische Zweigleitung, die zwischen der Via Praenestina und Collatina (in der Tenuta Tor della Monaca) gefasst wurde und eine Länge von 6360 Schritt hatte. Dann muss sie durch den Caelius gegangen sein, trat bei der Porta Capena (unterhalb Villa Mattei) aus dem Berge heraus (hier das einzige Stück der Leitung auf Bogen, von Becker ohne zwingenden Grund für die duodecim portae gehalten, s. d.), ging dann wieder unterirdisch durch den Aventin (Reste unter S. Balbina und S. Saba) und endigte ad Salinas extra portam Trigeminam (unterhalb S. Sabina, vgl. Descemet Fouilles à S. Sabine, Paris 1863, 17f.). Dass sie zur Speisung der piscina publica zwischen Aventin und Caelius gedient hätte, wie Jordan Top. I 1, 448. 462 vermutet, ist höchst unwahrscheinlich; eine Leitung von 16 km. Länge hat man ohne Zweifel in so alter Zeit nur für Versorgung der Stadt mit Trinkwasser angelegt. Über die Reste der Aqua Appia s. Fabretti De aquaed. I 14. 32, tav. X. Piranesi Ant. di Roma I tav. 33. Jordan Topogr. I 1, 462f. Parker The aqueducts of Rome 321. Lanciani Acque 34–42. Gilbert Topogr. III 266f. 270f. Dass die Aqua Appia zur Speisung des Springbrunnens auf dem Forum Iulium mit den Appiades des Stephanos gedient habe, ist wegen der Höhenverhältnisse unmöglich. Jordan Topogr. I 2, 440.