RE:Apriate

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band II,1 (1895), Sp. 269–270
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Apriate (Ἀπριάτη), eine lesbische Heroine, die auf der Liebesverfolgung vor dem Telamonsohne Trambelos vom väterlichen Acker aus, auf dem sie mit ihren Dienerinnen spielte, sich ins Meer stürzte und ertrank, oder im Kampfe um ihre Ehre von ihm im Zorne ins Meer gestossen wurde. Trambelos Strafe war die Tötung durch Achilleus, Parthenios Erot. 26, laut Glosse übereinstimmend mit Euphorion im Thrax p. 74f. Mein. (FHG IV 335, 2a). Euphorion, der Ὁμηρικός (Krates Mall. Anth. Pal. XI 318), erzählt diesen dem berühmten Mythenkreis von Achills Eroberung von Lesbos angehörigen Mythos in jedenfalls bewusster Anlehnung an Homeros Il. I 98f., wo Agamemnon die aus der Beute Achills stammende κούρην (Χρυσηΐδα) ἀπριάτην ἐς Χρύσην zurückschicken soll, nämlich nach dem Steph. Byz. s. Χρύση noch bezeugten ältesten τῆς Λεσβίας τάπος, nach welchem auch die Ὀδυσσέως πρεσβεία mit der Chryseis gerichtet ist (Philologus N. F. III 1890, 91ff. 109). Die θάλασσα des Euphorion ist der vielfach als θάλασσα bezeichnete [270] (a. O. S. 103) lesbische Kallonegolf, wo sowohl die πατρῷα χωρία der A.-Chryseïs, als auch das Chryse des Smintheuspriesters Chryses anzusetzen sind (S. 103). Vgl. auch Artikel Chryseïs.