RE:Ardalides

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band II,1 (1895), Sp. 610611
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Ardalides (Ἀρδαλίδες, Ἀρδαλιώτιδες, Ἀρδαλίαι), Kultbeiname der Musen in Trozen, Steph. Byz. und Hesych. Paus. II 31, 3. Plut. conv. VII sap. 4. Der Name hängt wohl mit ἄρδειν, ἀρδάλιον zusammen und bezeichnet ursprünglich die Musen als Quellnymphen. vgl. Roediger Jahrb. f. Philol. Suppl. VIII 282f. Preller-Robert I 487f. Als man diese Beziehung später nicht mehr verstand, nahm man an, der Tempel und ein nahebei liegender, den Μοῦσαι Ἀ. und dem Hypnos gemeinsamer Altar seien von einem Trozenier Ardalos gestiftet [611] worden (Steph. Byz. Plut., vgl. v. Wilamowitz Herm. XXV 213), den man als Sohn des Hephaistos ansah (Paus.), und dem man gelegentlich (Paus. [Plut.] de mus. 5) auch die Erfindung der Aulodik zuschrieb; ja von diesem unterscheidet Plut. a. a. O. sogar noch einen zweiten, ebenfalls mythischen Ardalos, der Aulode und Priester der A. gewesen sei.