RE:Arkaseia

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band II,1 (1895), Sp. 11601161
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Arkaseia (Ἀρκασεία), Stadt an der Westküste der Insel Karpathos mit einer stattlichen Akropolis, welche ähnlich wie die von Lindos in das Meer vorspringt und im Norden und Süden von flachen, wenig geschützten Buchten begrenzt ist. Das heutige Dorf Ἀρκάσσα hat den echten Namen, der Ἀρκασεία gelautet haben muss (auf rhodischen Grabsteinen findet sich Ἀρκασειεύς und Ἀρκασεΐς: IGIns. I 218. 219, und auf der Grabschrift, die in A. selbst gefunden ist, bei Beaudouin Bull. hell. IV 1880, 272, 14 muss Ἀρκασιεύς gelesen werden), besser bewahrt als die attischen Tributlisten, welche Ἀρκέσεια, einmal sogar (CIA I 257) anscheinend [Καρπ]άθο(υ) [Ἁρκ]εσῖνο[ι] schreiben. A. gehörte im 5. Jhdt. eine Zeit lang zum attischen Seebunde (Koehler Abh. Akad. Berl. 1869, 2, 184); es bildete mit Karpathos und Brykus die von Ps.-Skylax § 99 erwähnte Dreistadt der Insel Karpathos, zu der später, wenn auf Strab. X 489 Verlass ist, als vierte Nisyros hinzutrat. Vom 4. Jhdt. bis in die römische Kaiserzeit hinein gehörte A. wie die ganze Insel zum rhodischen Staate (vgl. Brykus, Karpathos und Potidaion). S. Ross Reisen auf den griech. Ins. III 51–55 (mit einer [1161] christlichen Inschrift, CIG IV 8858). E. Manolakakis Δωρικὸν ψήφισμα Καρπάθου, Athen 1878, 44f. Beaudouin a. a. O. 272f. (mit zwei Grabschriften). Kiepert Formae orbis antiqui 1894, Text zu Blatt XII am Ende.