RE:Basileios 17

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band III,1 (1897), Sp. 55
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17) Basileios, Bischof von Seleukeia, der Metropolis von Isaurien, um 435–460. Er ist nicht zu identificieren mit dem Landsmann und Studiengenossen des Chrysostomos B., den wir aus dessen Büchern περὶ ἱερωσύνης kennen (so Photios bibl. c. 168 und Suidas), ebensowenig mit dem Mönchsheiligen B. in der Nähe von Seleukobelos, dem Jünger des Markianos in Theodorets φιλόθεος ἱστορία III (Opp. ed. Schulze III 1148f.). Auf der Synode zu Constantinopel 448 hilft er den Eutyches wegen Ketzerei verdammen, ist aber auf der Räubersynode 449 an den entgegengesetzten Beschlüssen beteiligt. 451 zu Chalkedon entgeht er der Absetzung durch nochmaligen Meinungswechsel; 458 giebt er in der Proteriosangelegenheit im Namen der isaurischen Bischöfe eine orthodoxe Erklärung an Kaiser Leo ab. Photios kennt von ihm 15 geistliche Reden; die Edit. princ. seiner Werke (Heidelberg 1596 besorgt von Andr. Schott) enthält deren 44, unter denen freilich einige von zweifelhafter Echtheit sind, die ἀπόδειξις κατὰ Ἰουδαίων p. 316–335 ist sicher späteren Ursprungs. Die rhetorische Begabung des B. ist nicht gering, aber er hält mit den Ornamenten nicht Mass und versteht es nicht zu erwärmen; in den Gedanken zeigt sich wenig Originelles. Unter den anderen litterarischen Arbeiten des B. hebt Photios noch ein Gedicht hervor auf die ἔργα καὶ ἆθλα καὶ νικητήρια der Protomartyrin Thekla. Diese Dichtung scheint verloren: die 1608 in Antwerpen veröffentlichten zwei Bücher συγγραφικῷ χαρακτῆρι de vita ac miraculis D. Theclae können unserm B. nicht mit Sicherheit zugeschrieben werden. S. Migne Patrolog. graec. LXXXV 9–618. Tillemont Mémoires XV 340–347. Lipsius D. apokryphen Apostelgeschichten u. Apostellegenden II 1, 426.