RE:Capitolinus clivus

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band III,2 (1899), Sp. 15301531
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Capitolinus clivus, in Rom, der vom Forum auf den mons Capitolinus führende Fahrweg (s. den Plan S. 1535f.). Er beginnt beim Tiberiusbogen an der Nordecke der Basilica Iulia (12 m über dem Meere), windet sich um den Saturn-tempel herum, erreicht, nachdem er an der Westseite der porticus deorum consentium entlang gestiegen ist (deren Rückwand zum Teil durch die grossen Quadersubstructionen des clivus gebildet wird), die Senkung zwischen den beiden Höhen des Capitols (36 m.), hat also auf ca. 200 m. 23 m. Steigung (1 : 8,7). .ungefähr in der Mitte (nach Festus 344) mündete in den clivus ein zur Bergung des stercus ex aede Vestae dienender angiportus, der mit der porta stercoraria verschlossen war; er dürfte also an der Westecke der area Saturni zu suchen sein. Die auf Clemens Alexandr. Protr. IV 51 beruhende Hypothese, dass hier ein Tempel der Fortuna gelegen habe, ist unhaltbar; gl. Jordan Top. I 2. 64. Von der Einsattelung aus nahm der Clivus mit zwei ferneren Windungen die Steigung bis zum Eingang in den Hof um den Iuppitertempel (ca. 15 m. Niveaudifferenz auf 150 m. Länge, also Steigung 1:10); doch führte auch ein abkürzender [1531] Treppenweg von der Einsattelung (iuxta lucum asyli, Tac. hist. III 71) direct hinauf zum Tempel. Seit 174 war der Clivus mit Lava gepflastert und vom Saturntempel bis zur Höhe von Säulenhallen begleitet (Liv. XLI 27); dass diese wenigstens in der oberen Hälfte die rechte Seite des Weges flankierten, ergiebt sich aus Tac. hist. III 71. Der ältere Scipio errichtete 190 einen Bogen mit Statuen und Wasserbecken in Capitolio adversus viam qua in Capitolium escenditur (Liv. XXXVII 3, 7), also wahrscheinlich über dem Clivus; möglicherweise stand über dem Clivus auch der fornix Calpurnius (s. o. S. 1408). Wenn Häuser am C. erwähnt werden (des Milo, Cic. pro Mil. 64), so müssen sie wohl in der Einsattelung gesucht werden. Vgl. Jordan Top. I 2, 62. 78. 120. Richter Hermes XVIII (1883) 118–128. 616. XIX (1884) 322. Gilbert Top. I 313–315. II 445–448.