RE:Cherchis

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band III,2 (1899), Sp. 2239
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Cherchis (Χερχίς), eine nordische Nation, der die gefangene Sclavin entstammte, welche der byzantinische Gesandte Zemarchos im J. 572 vom Türkenchân Sildžibul zum Geschenk erhielt, Menander Prot. frg. 21, d. i. das alttürkische Volk Qyrghiz (sinisch Kie.ko, Ki.li.ki.sse, abzuleiten von jakut. kiärgäi, mongol. kergei ‚stolz sein, gross thun‘, vgl. finn. korkea weps. korged ,hoch‘) am oberen Jenisei oder Kèm; die sinischen Berichte aus der Zeit der Thang analysiert W. Schott Über die echten Kirgisen, Abh. Akad. Berl. 1864. Die Weiber dieser Jeniseikirgisen waren ob ihrer Schönheit berühmt; die in der germanischen Attilasage erwähnte Herkja oder Helche, sowie die slawisch umgeformte Kreka oder Hreka (Petrus Patric. p. 197. 207), waren wohl Kirgisinnen.