RE:Damonno

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band IV,2 (1901), Sp. 2075–2076
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Damonnο (Δαμοννώ), Gattin des Lyderkönigs Kadys, liess sich mit einem ἀνεψιός ihres Gatten, Spermos, in Ehebruch ein und trachtete dann mit ihm gemeinsam dem Ehemann nach dem Leben. Sie wollte ihn mit einem Trank vergiften, er wurde aber durch einen Arzt geheilt und seitdem nachgiebiger. Nun warf sie ihre Rachsucht auf den Arzt, da aber ihre Vergiftungsversuche beim Fachmann nichts verschlugen, lud sie ihn zu einem Gastmahl ein, stellte seine κλίνη auf eine unterhöhlte Stelle und verschüttete ihn, als er versunken war, lebendig, worauf sie die Spuren ihrer Unthat tilgte; lydische Sage bei Nikolaos Damask. frg. 49. FHG III 580, die aber, wie auch die übrigen Namen, Kerses, Thyessos, Eponymos von Θυεσσοῦ καπηλία, und die Zuspitzung auf den Hermescult von Ἑρμοκαπηλία beweisen, den hellenischen Colonisten Lydiens gehört; vgl. Tümpel Philol. N.F. IV 1891 612. Sie stammt wohl aus Xanthos Lydiaka. Die Namensform ist, wie schon C. Müller z. d. St. bemerkt, aiolisch-griechisch. [2076] Gelzer freilich (Rh. Mus. XXXV 1880, 518) hält D. für eine irdische Repraesentantin des lydischen Götterweibes, bei dem Lydiens Könige zu Lehen gingen, muss aber doch zugeben, dass die Sage selbst ein unhistorisches mythologisches Element in der lydischen Königsgeschichte ist.