RE:Damoteles 5

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
fertig  
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Band S I (1903), Sp. 336337
Pauly-Wissowa S I, 0335.jpg  Pauly-Wissowa S I, 0337.jpg
Linkvorlage für WP   
* {{RE|S I|336|337|Damoteles 5|[[REAutor]]|RE:Damoteles 5}}        

S. 2081, 41 zum Art. Damoteles:

5) Ein Aitolier, wurde von seinem Vaterlande 564 = 190 als Gesandter nach Rom geschickt, um Frieden zu erlangen. Seine Audienz, die vor dem Herbst desselben Jahres stattgefunden zu haben scheint (Diod. XXIX 9 πρὸ τῆς κατὰ τὸν Ἀντίοχον ἥττης; Liv. XXXVII 49, 1ff. setzt dieselbe verkehrt in das folgende Jahr), war erfolglos und er musste im Winter 190/89 (Polyb. XXI 25, 9) zu Haus vermelden, dass der Krieg fortdauern werde und M. Fulvius Nobilior mit seinen Streitkräften bereits zum Zuge über das Meer wider sie aufgebrochen sei. Als nun die zweite Gesandtschaft der Aitolier nach Rom Seeräubern in die Hände fiel, ging im Frühjahr 565 = 189 D. wieder nach Rom ab, kehrte jedoch, als er in Leukas erfuhr, dass Nobilior bereits durch Epeiros gegen Ambrakia ziehe, nach Hause zurück (Polyb. XXI 26, 18f.). Allein, da man in Aitolien eine glückliche Beendigung des Krieges durch Waffengewalt für aussichtslos hielt, wurden D. und Phaineas mit unbeschränkter Vollmacht an Nobilior gesendet, der Ambrakia belagerte, um auf erträgliche Bedingungen hin Frieden zu schliessen. Als ihnen der Consul die harten Bedingungen bekannt gegeben, unter denen Rom zum Frieden bereit sei, kehrten beide Gesandte ohne Antwort in die Heimat zurück; unterwegs fielen sie jedoch den Akarnanen in die Hand und wurden nach Thyrrheion in Gewahrsam gebracht, doch auf schriftlichen Befehl des Consuls frei gegeben und vor ihn geführt. Dank der Unterstützung der unterdessen eingetroffenen, zu Gunsten der Aitoler wirkenden athenischen und rhodischen Gesandten, ferner durch die Beihülfe Amynanders und die Fürsprache des C. Valerius, des Halbbruders des Nobilior, gelang es nunmehr den beiden Gesandten nach dem Falle von Ambrakia, den wir in den Ausgang des Sommers 565 = 189 zu setzen haben, erträglichere Bedingungen zu erlangen, die sie der aitolischen Tagsatzung sofort mitteilten. Jetzt schloss D., da die Bedingungen zu Haus Annahme gefunden hatten, mit dem Consul, der beim amphilochischen Argos sein Lager aufgeschlagen hatte, den Frieden, soweit dies staatsrechtlich möglich war, ab (Polyb. XXI 29, 4–30, 13, zu [337] verbinden mit Liv. XXXVIII 8, 1–10, 2, der aus Polybios schöpft. Niese Gesch. d. griech. und maked. Staaten II 762. 764–768). Richtig bemerkt Niese a. a. O. 768, 1, dass diese Verhandlungen unter die erste Strategie des Nikandros, die vom Herbstaequinoctium 190 bis zum Herbstaequinoctium 189 lief, fielen, und dass die letzten Verhandlungen des D. kurz vor dem Herbstaequinoctium 189 stattgefunden haben müssen, da Nikandros nach demselben mit Phaineas nach Rom geht, um den Frieden definitiv zu schliessen.