RE:Eutropius 6

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band VI,1 (1907), Sp. 1520–1521
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6) Allmächtiger Hofeunuch des Arcadius. Als Sklave an der assyrischen Grenze geboren (Claud. in Eutr. I 58. Philost. XI 4 = Migne G. 65, 597), [1521] wechselte er vielfach den Herrn (Claud. in Eutr. I 32. 60. II praef. 29. II 352), bis ihn ein Soldat Ptolemaeus, dessen Buhlknabe er gewesen sein soll, schon in höheren Jahren dem Magister peditum Arinthaeus schenkte (a. O. I 40. 61. 478). Diesem soll er Kupplerdienste geleistet haben (a. O. I 77. 130). Vor 379, in welchem Jahre Arinthaeus starb, gab er den E. seiner Tochter in ihre Ehe mit (a. O. I 104). Als Greis wurde er freigelassen (a. O. I 132) und erhielt, wahrscheinlich durch die Empfehlung des vornehmen Hauses, dem er gedient hatte, eine Stelle unter den Cubicularii des Theodosius (a. O. I 143). Die Fürsprache des Magister militum Abundantius verschaffte ihm ein schnelles Avancement (a. O. I 154). Als der Kaiser sich zum Kriege gegen Eugenius vorbereitete (394), schickte er E. nach der Thebaischen Wüste, um den prophetischen Geist des Einsiedlers Johannes über den Ausgang des Kampfes zu konsultieren (a. O. I 312. Sozom. VII 22, 7. 8). Am Hofe des Arcadius soll er mit Stilicho zum Sturze des Rufinus konspiriert haben (Zosim. V 8, 1); nach dessen Ermordung (27. November 395) trat er die Erbschaft seiner Macht an. Zum Praepositus sacri cubiculi (Socr. VI 5, 3. Philost. XI 4. Zosim. V 9, 2. Pall. dial. 5 = Migne G. 47, 19. Cod. Theod. IX 40, 17) und bald auch zum Patricius ernannt (Cod. Theod. a. O. Zosim. V 17, 4. Claud. in Eutr. I 109. II praef. 2. 50. II 69. 561. Sozom. VIII 7, 1. Philost. XI 4. Joh. Chrys. in Eutrop. Überschr., Migne G. 52, 391), beherrschte er den schwachen Kaiser ‚wie ein Stück Vieh‘ (Zosim. V 12, 1). Seine späteren Schicksale fallen daher mit denen des Arcadius zusammen und sind in dessen Biographie Bd. II S. 1139. 1141ff. erzählt worden.