RE:Katze

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band XI,1 (1921), Sp. 5257
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Katze.

Namen: Griech. αἰέλουρος (Herod.), αἴλουρος (Aristot. Diod. Aelian. Babrios u. a.), volksetymologisch erklärt von αἰόλος und οὐρά = Wedelschwanz, lat. feles und felis, bei Varro und Cicero in den besten Handschriften faeles und fuelis. Anstelle dieser ausgestorbenen Wörter ist getreten lat. cattus (zuerst bei Pall. r. r. IV 9, 4), catta (bei Martial. XIII 69. Vulg. Baruch VI 21), griech. κάττος, κάττα, γάττις (vulgäre, bzw. romaische Form des Byzantinischen seit dem 6. Jhdt. n. Chr.). Cattus (nach E. v. Martens indogerm., nach Pictet, O. Keller afrik., nach Schrader, Walde keltogermanischer Herkunft) ist nicht nur in die meisten europäischen Sprachen und Dialekte übergegangen, sondern findet sich auch in vielen Sprachen Westasiens und Nordafrikas. Auf germanischem Gebiete tritt es auf in ahd. kattar, cattar, chataro, kazza, cazza, chazxa, im keltischen Sprachstamm: kymr. und korn. cath Fern., irisch cat Mask., gäl. cat, bret. caz; dem slavischen Sprachgebiete gehören an: slav. kotau, lit. kate, russ. und poln. kot, weibl. kotzcha, kleinruss. kischka, lappländ. katto, finn. katti und kissa. Aus cattus (nicht catus nach Gröber, so daß die Ableitung von catus scharf, schlau, zurückzuweisen ist) hat sich frz. regelrecht gebildet chat, chatte, mit erweichter Gutturalis ital. gatto, gatta, span. und port. gato, gata, rätor. gat, neugriech. γατά, während prov. cat-z, cata die Tenuis erhalten hat. Von außereuropäischen Sprachen seien angeführt: türk. kedi, syr.-arab. kutt, malaiisch kutjing, ägypt. geth, berber. kaddiska. — Den Naturlaut der K., das Miauen, ahmen nach: altägypt. mau, maau, chin. mao, javan. meong, bugines. (auf Celebes) meau, mongol. mi, kalmück. , magyar.[WS 1] macska, tschech. und ukrain. macek, deutsch mieze, frz. mite, chatte-mite, span. micho, ital. micio, rum. mutze. Vom Mäusefangen führt im mittelalterlichen Latein die K. die Namen mussio, murio, murilegus (bei Isidor v. Sevilla und Albertus Magnus). Das Nichtvorkommen von Schmeichelnamen der K. im Griechischen und Lateinischen (auch nicht in der Sueton zugeschriebenen Liste lateinischer Worte für Tierstimmen) wird als Beweis dafür angesehen, daß die K. der griechischen und lateinischen Welt als Haustier unbekannt gewesen ist (Schrader, Walde, Körting, O. Keller, Schuster).

Herkunft und Abstammung. Die Ausgrabungen haben ergeben, daß die K. in Europa in der Pfahlbauperiode fehlte, daß in den dänischen Kjökkenmödings sich keinerlei Reste von K. nachweisen lassen, und daß die K. weder in den helvetisch-römischen Ansiedlungen, die Huhn und Pfau bergen, noch in Pompeii unter den zahlreichen Haustierresten zu finden ist. Die K. stammt aus Ägypten, wo sie sich schon zur Zeit der alten Dynastien als ein bevorzugter, mit äußerster Wertschätzung behandelter Genosse des Menschen darstellt. Sie war als Haustier dem [53] klassischen Altertum fremd, wenn auch durch Schilderungen von Reisenden und Gelehrten als ein dem Ägypter eigentümliches heiliges Tier bekannt, vielleicht auch (wie O. Keller annimmt) vorübergehend als Luxustier in einigen Landstrichen des mit Ägypten in engen Beziehungen stehenden Süditalien eingeführt, ohne dauernd dort Fuß zu fassen. Da das von Herodot für die ägyptische K. gebrauchte Wort αἰέλουρος ebenso wie das lateinische feles in den wenigen kurzen Notizen der Schriftsteller vor Plinius nur auf den ‚Hühnermörder‘ bezogen wird, so wird man in den beiden Wörtern keine Haus-K., sondern die in Griechenland und Italien heimische Wild-K. zu sehen haben. Die genaueren Angaben des Plinius berechtigen zu der Annahme, daß ihm unter feles die domestizierte K. bekannt war, deren volkstümlichen Namen cattus erst Palladius (um die Mitte des 4. Jhdts. n. Chr.) gebraucht. Die Einbürgerung der K. in den Ländern Südeuropas wird nicht vor dem 2.-5. Jhdt. n. Chr. anzunehmen sein. Nach und nach wurden die von den Griechen und Römern zum Zweck der Mäusevertilgung im Hause gehaltenen gezähmten Wiesel und Marder, auch die Hausschlangen, durch die ihnen gegenüber viele Vorzüge aufweisende ägyptische K. verdrängt, die auffallenderweise Jahrtausende lang auf ihr eigentliches Stammland beschränkt geblieben war. Möglich ist, daß die Ausbreitung des von Ägypten ausgehenden Mönchtums im Abendlande viel zur Verbreitung der K. beigetragen hat, da das die Abgeschlossenheit des Hauses, Ruhe und beschauliches Leben bevorzugende Tier als Hausgenosse der Einsamkeit wohl geeignet war. Ioannes Diakonos erzählt, ein Eremit habe, bewegt durch eine Predigt Gregors d. Gr., seine K., seinen einzigen Schatz auf Erden, opfern wollen, und von Gregor selbst ist überliefert, er sei den K. sehr zugetan gewesen (Vita St. Gregorii II. IX). Besonders aber wird die Tatsache nicht zu übersehen sein, daß die K. der beste Bundesgenosse des Menschen im Kampfe gegen die dem Altertum fremde, nach der Völkerwanderung in Europa massenhaft auftretende Hausratte war, so daß Hehn, O. Keller und Hahn der Ansicht sind, daß die allgemeine Ausbreitung der K. geradezu mit dem Vordringen der Ratten Schritt gehalten habe. Im frühen Mittelalter war sie in den mittel- und westeuropäischen Ländern noch selten. Ebenso verbreitete sich die K. nach Osten, wo sie aus den Ländern am Roten Meere wahrscheinlich über Arabien nach Asien gelangte und auch hier unter Vermischung mit einheimischen Wild-K. tief in das Innere vordrang. Für den fernen Osten, für China, wird eine sehr frühe selbständige Domestikation dort vorkommender Wild-K. anzunehmen sein. Die Herausbildung einer Hauskatzenart mit Hängeohren, wie sie in China vorkommt, setzt eine vieltausendjährige Domestikation voraus (Nehring, Schuster). Als Lieblingstier des Propheten wurde die K. unter den mohamedanischen Völkern überall heimisch und im Gegensatz zum Hunde geschützt und gepflegt. Jetzt ist die K. in allen menschlichen Niederlassungen, den hohen Norden ausgenommen, verbreitet.

Als Stammform der Haus-K. wird die in Nordostafrika heimische Falb-K. (Felis maniculata [54] Rüppel) angesehen, die sehr leicht zähmbar ist und noch heute in den Dörfern Nubiens und Nordafrikas häufig in halbgezähmtem Zustand gehalten wird. Die Übereinstimmung der anatomischen Verhältnisse und der Zeichnung des Haarkleides (fahlgelbe Färbung des Pelzes, schwarze Sohle des Hinterlaufs) zwischen Falb-K. und den zahlreich aufgefundenen, noch vorzüglich erhaltenen K.-Mumien Altägyptens ist augenfällig. Unter den mumifizierten K. Ägyptens findet sich neben der Falb-K. noch eine größere Art, als Sumpfluchs (Felix chaus), bezeichnet. Aus der Zähmung und Vermischung beider Arten soll die Haus-K. hervorgegangen sein, deren Körperformen am meisten der kleineren Stammart, Felis maniculata, entsprechen (C. Keller). Die ausgedehnten Lager von K.-Mumien bei Bubastis, Beni Hassan, Siut und Heliopolis sind eingehenden Untersuchungen unterworfen worden. Virchow sieht in den aus der ältesten Zeit stammenden Mumien von Bubastis die Überreste von gezähmten Wild-K., eine Ansicht, der Nehring beipflichtet, während an den Fundstätten von Beni-Hassan und Siut domestizierte K. jeder Alterstufe nachgewiesen worden sind (Schrader bei Hehn und C. Keller). Grabgemälde von Theben in Oberägypten zeigen gezähmte, zur Jagd abgerichtete Wild-K., die den in leichtem Boote stehenden Jäger bei der Jagd auf Wasservögel unterstützen, bei denen der Typus des Sumpfluchses noch stark hervortritt. Auch ein Mosaik von Pompeii, von O. Keller als afrikanischen Ursprunges bezeichnet, stellt eine starke, luchsartige K. dar, die einen Vogel zerreißt (O. Keller Fig. 22 und 21). In Afrika und Asien paart sich noch heutzutage die gewöhnliche Haus-K. mit dem Sumpfluchs.

Daß die Zähmung in sehr frühe Zeit zurückweist, unterliegt keinem Zweifel. In den Grabkammern von Sakkarah aus der Zeit der alten Dynastien findet sich die Abbildung einer K. mit Halsband (C. Keller), und Brugsch betont, daß die K. in Ägypten nicht erst in der zwölften Dynastie, sondern bereits in den Inschriften der neugeöffneten Pyramiden der V. und VI. Dynastie vorkommt (Übersetzung eines Hymnus auf die Sonnen-K. von Brugsch in ZDMG X 683 bei Hehn erwähnt). Die eigenartige Stellung der K. bei den alten Ägyptern, die abergläubische Verehrung, die sie genoß, rührte daher, daß sie das Kulttier der Göttin Bast war. Bast, als Göttin des Mondes, der Geburten und des Kindersegens gedacht, die von den Griechen mit Eileithyia und Artemis identifiziert wurde (Herod. I 59. 83. 137. 155, vgl. auch Ovid. met. V 333), ist auf den ältesten Denkmälern der ersten Dynastien als Löwin dargestellt, später trat die fahlgelbe K. an deren Stelle, und die Göttin wurde in Menschengestalt, aber mit K.-Kopf abgebildet (Fig. 18 bei O. Keller nach Perrot-Chipiez). Ihr Tempel zu Bubastis (altägypt. Pēr-bástet = Haus der Bastet), einer im Delta, am rechten Ufer des östlichsten Nilarmes gelegenen Stadt, war einer der am meisten besuchten Wallfahrtsorte Unterägyptens. An dem alljährlich stattfindenden großen Fest der Bast versammelten sich nach Herodot (II 60) gegen 700 000 Pilger, Männer und Frauen aus allen Teilen des Landes, die auf Nilschiffen unter [55] Klapper- und Flötenmusik und heiteren Gesängen den Strom abwärts fuhren. Die Pilger opferten der Göttin ein Bild aus Steingut, Bronze, Silber oder Gold und brachten die einbalsamierten Körper ihrer K. mit, die alsdann in Bubastis bestattet wurden. Große Trinkgelage folgten den Opfern (Herodot. II 67). Aus den Massenansammlungen erklärt sich die Ausdehnung der K.-Mumienfelder, ebenso wie die noch jetzt aufgefundenen zahlreichen Bronzestatuetten von K. verschiedener Größe und Alters in naturgetreuen Stellungen (besonders vorzügliche Stücke im Berliner ägypt. Museum und im Britischen Museum. O. Keller). Die XXII., aus Libyen stammende Dynastie, von Manethos als bubastitische bezeichnet, zählt unter ihren Mitgliedern mehrere, die den Namen ‚Sohn der Baste‘, ‚der Kater‘ (Pmai) führen. Weitere Fundstätten von K.-Mumien sind Beni Hassan, Siut, das Serapeum in Alexandria und Heliopolis, wo der Sonnengott Ra (Bruder, Gatte oder Vater der Bast) verehrt wurde. In Gestalt einer K. kämpft Ra mit der Schlange der Finsternis (die Eigenschaft des Schlangenbekämpfens soll die ägyptische K. noch heutzutage bewahrt haben. Brugsch). Die einbalsamierte K.-Leiche wurde mit Leinwandtüchern umwickelt, wobei Schnurrbart und Ohren eng angedrückt waren. Augen und Ohren wurden zuweilen durch Leinwandstückchen nachgebildet (C. Keller Abb. einer K.-Mumie Fig. 18 S. 105). Die Verehrung des heiligen Tieres ging so weit, daß die Ägypter bei ausbrechendem Feuer nicht an die Bekämpfung des Feuers, sondern in erster Linie an die Rettung ihrer K. dachten. Mißlang diese und stürzte sich die geängstigte K. aller Wachsamkeit zum Trotze in die Flammen, trauerte das ganze Haus tief. Beim natürlichen Tod einer K. schoren sich die Hausbewohner die Augenbrauen ab (Herod. II 66). Die K. wurden mit in Milch gebrocktem Brot und kleingeschnittenen Nilfischen gefüttert. Es gab bestimmte Bezirke in Ägypten, denen eine gewisse Tierart besonders geheiligt war. Besondere Einkünfte (aus Gelübden, Stiftungen u. dgl.) waren für die Tiere bestimmt, zu deren Dienst Wärter eigens angestellt wurden. Auf den durch äußere Zeichen kenntlich gemachten Wärter übertrug sich die Ehrfurcht vor dem heiligen Tiere. Seine absichtliche Tötung wurde mit dem Tode bestraft. Bei der K. genügte aber schon ein unbeabsichtigter Totschlag, um die Wut des Volks auf das höchste zu erregen und den Missetäter dem Tode preiszugeben. Als Beispiel, wie tief diese abergläubische Furcht vor dem Unglück, das der gewaltsame Tod des heiligen Tieres bringen sollte, im Volksglauben eingewurzelt war, erzählt Diodor (I 83), daß sogar zu der Zeit, da Ptolemaios die Freundschaft Roms suchte und die Ägypter sich auf alle Weise bemüht hätten, die bei ihnen weilenden Römer zu gewinnen, ein Römer, der ohne Absicht eine K. getötet hatte, trotz der Fürbitte der königlichen Beamten, der Volkswut zum Opfer fiel. Demgemäß blieben Leute, die eine tote K. liegen sahen, schon von ferne wehklagend stehen, um nicht in falschen Verdacht zu kommen.

Bei den griechisch-römischen Schriftstellern sind die Nachrichten über die K. außerordentlich [56] spärlich; die Dichter, die doch sonst oft liebevoll der Tiere gedenken, erwähnen sie als Haustier überhaupt nicht. Sieht man von dem ab, was Herodot, Diodor und Cicero (Tusc. V 78) über die ägyptische Haus-K. berichten, so wird man unter αἴλουρος und feles bis ins 1. Jhdt. n. Chr. sicher nur die Wild-K. zu verstehen haben. Aristoteles (hist. an. V 10. VI 184) spricht kurz über die Fortpflanzung der K., er erwähnt weiterhin (IX 50), daß sie ebenso wie der Marder den Vögeln nachstellt. Als Feind der Hofhühner erscheint αἴλουρος auch bei Babrios (fab. 17). Aelian (hist. nat. IV 44. VI 27), der über die gemütvolle Seite der ägyptischen K. zu berichten weiß, scheint seine Kenntnisse von der K. nur anderen Schriftstellern zu verdanken. Die beiden αἴλουρος betreffenden Stellen der Geoponica (XIII 6. XIV 4) beziehen sich nur auf den Hühner- und Taubendieb, den wir in der Wild-K. zu sehen haben. Die römischen Agrarschriftsteller erblicken in feles stets ein dem Junggeflügel und den jungen Hasen gefährliches Raubtier, vor dem man die Geflügelställe und die Leporarien sichern müsse (Varro III 11. 12. Col. VIII 3. 14. 15). Bereits finden wir aber vereinzelt die K. als Hausgenosse in Rom. Die Frage Senecas (ep. 121): ‚Warum fürchten sich die Küchlein (pulli) vor der K. (feles), nicht vor dem Hunde?‘ kann sich doch nur auf eine, auf dem Hühnerhofe gemachte Beobachtung beziehen. Die Wild-K. würde ihre Opfer nur zur Nachtzeit holen. Treffend ist die Schilderung, die Plinius (n. h.) von feles gibt: Ihr Auge leuchtet im Dunkeln (XI 151), ihre Zunge ist rauh, wie die des Löwen (XI 172), behutsam beschleicht sie die Vögel, lauert den Mäusen auf und springt plötzlich auf sie los; vorsichtig verscharrt sie ihren Kot, da sie weiß, daß sein Geruch ihr Verräter wird (X 202). Solche Beobachtung konnte der Schriftsteller nur bei der Haus-K. machen. Zum ersten Male erscheint hier die K. in ihrem eigentlichen Beruf als Mäusefängerin. Das Fangen der Vögel wird selbst den heutigen Haus-K. nur schwer abzugewöhnen sein. Mit der Aufnahme der K. unter die Haustiere scheint der neue Name cattus, catta sich eingebürgert zu haben. Bei Palladius (IX 4) lernen wir neue Vorzüge der K. (cattus) kennen. Jetzt wird sie nicht nur als Mäusefängerin verwandt, auch zur Ausrottung der Maulwürfe in den Artischockenanlagen hält man sie an. Das an dieser Stelle neben der K. genannte gezähmte Wiesel wurde ebenso wie der gezähmte Marder und die Hausschlange durch die K. aus dem Hausstande verdrängt. Als Geschenk an den Freund erwähnt Martial (XIII 69) die K. Das anmutige Tier scheint sich also nun auch die Zuneigung der Römer erworben zu haben.

Wird man auf Grund der angeführten Schriftstellen zu dem Ergebnis gelangen, daß die allgemeine Einbürgerung der Haus-K. erst in die spätere römische Zeit fällt, so soll doch nicht unerwähnt bleiben, daß nach O. Keller schon in 5. Jhdt. v. Chr. der Versuch gemacht sei, die ägyptische K. in einige süditalische Landstriche einzuführen, die mit Ägypten und Kyrene in nahen Beziehungen standen. O. Keller ist zu dieser Vermutung gelangt durch in Süditalien aufgefundene Vasenbilder einheimischen Fabrikates [57] von Ruvo und der Basilicata, sowie von Münzen von Rhegium und Tarent, welche die K. in naturgetreuen Stellungen zeigen. Warum der Versuch gescheitert ist, entzieht sich der Kenntnis (Abb. Fig. 24 und 25 bei O. Keller nach zwei Vasen des Britischen Museums aus der Basilicata: nr. 126: eine K. sitzt mit zum spielenden Schlag erhobener Pfote auf dem Rücken eines jungen Mannes, der ihr über die Schulter einen Vogel hinhält. nr. 207: eine sitzende Frauengestalt hält der auf den Hinterpfoten vor ihr aufrecht stehenden gefleckten K. ein Täubchen hin. Zugleich deuten einige Bälle oder Wollknäuel an ihrem Arm und in der Hand der neben ihr stehenden Gefährtin an, daß die Frauen mit dem anmutigen Tiere spielen). Das Motiv der spielenden K. kommt auch auf fünf Münzen aus Tarent und Rhegium vom Ausgang des 5. Jhdts. v. Chr. vor, von denen O. Keller eine (Taf. II 4) wiedergibt.

Hehn Kulturpfl. u. Haustiere⁶ 1902. Hahn Die Haustiere 1896. C. Keller Naturgesch. der Haustiere 1905. O. Keller Die antike Tierwelt I 1909. Schuster Die Hauskatze 1909. Brehms Tierleben 1915.

[Orth.]

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: mayar.