RE:Pecunia 1

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band XIX,1 (1937), Sp. [1937 16]
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Pecunia. 1) Von pecus abgeleitet (Varr. l. l. V 92. Fest. p. 17, 25. Plin. n. h. XVIII 11), was auf ein vorangegangenes Stadium der Verwendung von Vieh als Geld zurückdeutet, bedeutet in der Republik und der früheren Kaiserzeit allgemein Geld, d. h. Münzen aus Gold und Silber ebensowohl wie aus Bronze. Im 4. Jhdt. n. Chr. tritt neben die allgemeine Bedeutung [z. B. Cod. Theod. II 33, 1 (325 n. Chr.). XII 1, 177 (413 n. Chr.)] die prägnante: Kupfergeld. Vgl. die Existenz des scrinium a pecuniis neben den scrinia auri ad responsum (für Gold) und a miliarensibus (für Silber), Cod. Iust. XII 23, 7 (384 n. Chr.). Not. dign. or. 12. Not. dign. occ. 10. Außerdem noch Cod. Theod. IX 23, 1 (346 n. Chr. nach Seeck). 23, 2 (395). XI 28, 9 (414). 28, 16 (433) und Script. hist. Aug., Sev. Alex. 33, 3 (dazu Ztschr. f. Num. XXXI 38f.). Ein Kupfernominal wurde geradezu pecunia maiorina (s. u.) genannt. Vgl. noch Babelon Traité des monnaies I 397-400.

Der römische Geldbegriff ist rein metallistisch geblieben, was bei der verhältnismäßig geringen Entwicklung der Kreditzahlungsmittel nicht wundernehmen darf. Eine Definition der Münze bei Isid. etym. XVI 18, 12. Nur einen Ansatz zur Loslösung des Begriffs von den Münzen finden wir bei Sen. benef. VI 5, 2: Nam et pecuniam dicimus reddidisse, quamvis numeravimus pro argenteis aureos, quamvis non intervenerint numi, sed delegatione et verbis perfecta solutio sit. Dagegen Gai. III 141. Die staatliche Auffassung von dem Wesen des Geldes charakterisiert Cod. Theod. IX 23, 1: Pecunias vero nulli emere omnino fas erit nec vetitas contrectare, quia in usu publico constitutas pretium oportet esse non mercem.