RE:Urania 7

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band IX A,1 (1961), Sp. [IX_A,1 942]
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7) Urania (Οὐρανία), fester Platz auf der nach Nordosten vorgeschobenen Halbinsel von Kypros, welche seit Ende des Mittelalters nach der gleichnamigen antiken Stadt den Landschaftsnamen Karpasia führt, s. Oberhummer Die Insel Cypern 202. 205. Art. Karpasia o. Bd. X S. 199ff. Art. Kypros o. Bd. XII S. 101 und Karte S. 97. Diod. XX 47, 2 berichtet, daß Demetrios bei seiner Landung auf Kypros εἷλε κατὰ κράτος Οὐρανίαν καὶ Καρπασίαν; s. dazu Droysen Hellenism. II 2, 125. Niese Griech.-mak. Staaten I 318, der mit Unrecht die Lesung des Namens bezweifelt. Derselbe Platz scheint auch bei Nonn. Dion. XIII 452 mit Οὐρανίης Πέδον ἕδρης gemeint zu sein, wie aus 455 Κραπάσειαν (verschrieben für Καρπάσειαν) ἁλιστεφὲς οὖδας ἁρούρης hervorgeht. Hogarth Devia Cypria 1889, 85ff. glaubte den Ort in einer alten Befestigung bei Aphendrika an der Nordküste der Halbinsel gefunden zu haben, welche zu Diod. a. O. allerdings passen würde. Überzeugender ist jedoch der, Hogarth unbekannt gebliebene, Nachweis einer anderen Bergfestung südöstlich des heutigen Rhizokarpaso durch P. Schröder im ‚Globus‘ Bd. XXXIV (1878) 153f. Sie führt im Volksmund noch jetzt den Namen τὸ Ῥάνι, der Bach in der Schlucht unter der Festung ποτάμι τοῦ Ῥανίου. Die englische topographische Karte versagt leider in diesen Einzelheiten. Ich selbst konnte diesen Teil von Kypros nicht mehr besuchen. Aber Ohnefalsch-Richter hat die Stelle untersucht und bestätigt Schröders Meinung sowohl in seiner Anzeige von Hogarth Berl. Phil. Woch. 1891, 1000 sowie in seiner Diss. ,Antike Cultusstätten auf K‘., Berlin 1891 (Vorabdruck aus seinem Hauptwerk ,Kypros‘ 1893) 30.