Reichsvikariat wegen Gefangenschaft Königs Wenzels

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Textdaten
Autor: Ruprecht II. von der Pfalz
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Titel: Reichsvikariat wegen Gefangenschaft des Königs
Untertitel:
aus: Quellensammlung zur Geschichte der Deutschen Reichsverfassung in Mittelalter und Neuzeit / bearb. von Karl Zeumer, Seite 220-222.
Herausgeber: Karl Zeumer
Auflage: Zweite vermehrte Auflage
Entstehungsdatum: 20. Juli 1394
Erscheinungsdatum: 1913
Verlag: Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck)
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Erscheinungsort: Tübingen
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Quelle: Digitalisat des Deutschen Rechtswörterbuches
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[220]
Nr. 152. Reichsvikariat wegen Gefangenschaft des Königs. - 1394, Juli 20.

Reichstags-Akten II, Nr. 222, S. 389 ff.

Ruprecht der elter von Gots gnaden pfaltzgrave bij Rin oberster druchseß und an unsers herren des Romschen konigis stad vicarius des heiligen Romschen richs und herczog in Beyern.

[221] Unsern grus bevor. Ersamen wisen lüte, bürgermeistere rat und burgere gemeinlich der stad zü Frankefurd, lieben besondern und des richs getrüwen.

(1) Als ir wol verhoret hant, wie daz unser herre der Romscher konig Wenczelaw von etlichen lantherren zu Beheim bekümmert solt sin, daz er sin selbs nit mechtig were, darumb sint die erwirdigen in Got vatter und herren her Conrad zu Menczen und her Wernher zu Trier erzbischofe und des erczbischofs von Collen rat mit sinem gewalt unser mitkurfursten und auch wir und viel andere fursten, graven, herren und stette, die züm riche gehorent, bij einander bij uch gewest zu Franckefurd. Da hat der hochgeborn furste unser lieber swager herczog Hans, unsers herren des konigis bruder, sin erber bodschafft von unsers herren des konigis wegen bij uns gehabt und hat uns laßen underwisen, daz man eigentlich in der warheit befindet, daz unser herre der konig leider bekumert gefangen und sin selbs nit mechtig ist; und hat uns alle fast angeruffen, daz wir alle darzu raten und helffen wollen von des richs wegen, daz unser herre der konig möge ledig werden, als wir uns des auch willeclich erbodten haben zu dün, als wir alle des wol schuldig sin von des richs wegen. Und haben darumb itzund zu stund unser ernstliche bodschafft getan an dieselben, die unsern herren den konig gefangen haltent, daz sie yn ungedrenget von des richs wegen genczelich ledig sagen und laßen.

(2) Und diewile leider unser herre der konig also gefangen ist, so sin wir obgenante kurfursten ubirkomen, umb daz daz rich nit warlose und in sumenisse stee, daz unser iglicher von des richs wegen deste flißlicher darzu sehen und gewarten solle sins rechten zu gebruchen und zü uben, als ym zugehoret von sins rechten wegen am rich.

(3) Und wir als ein pfalczgrave bij Rin, von unsers kurfurstentüms und wirdekeit wegen, nach dem als ez leider zu dieser zijt umbe unsern herren den konig und daz rich gestalt ist, sollen ein vicarius und furseher des richs sin, als auch daz unser altfordern pfalczgraven bi Rin kurfursten des richs gebruchet und off uns bracht hant. So sin wir mit unsern mitkurfursten auch also davon gescheiden, diewile leider unser herre der konig gefangen ist, daz wir dann uns underwunden haben, ein vicarius und furseher also zu sin an unsers herren des konigis stad von des richs wegen, yme und dem riche und des richs undertanen zu staten und zu nocze, als lange biz daz unser herre der konig mit Gots hilff ledig und sin selbs wol mechtig wirt. Und wolten uns doch solichs unsers rechten bizher nit underziehen, biz daz wir von unsers herren des konigis bruder herczog Hansen unserm swager underwiset sin, daz unser herre der konig leider gefangen ist, als vor geschriben stet.

(4) Darumb so bidten, heißen und gebieten wir uch ernstlich und vesteclich als ein vicarius und furseher des richs an unsers herren des konigis stad, daz ir keynem amptman oder ymand anders gewarten oder gehorsam sin sollent dann uns von des richs wegen, und die wir uch an unsers herren des konigis stad zu lantvogten und amptluden setzen, biz daz unser herre der konig also ledig ist; und daz ir uch auch furderlich darzü stellent, wann wir uch enbieten, daz ir dann wollent bereit sin, unserm herren dem konige uwer folke zu schicken yme zü staten, mit den andern unsern mitkurfursten, mit uns und andern fursten, herren und stetten zu ziehen, als ir dann billich dünt und schuldig sint von des richs wegen.

(5) Auch ist itzünd uns kurfursten obgenant bij uch zu Franckefurd furkomen, daz viele briefe gemachet und versigelt sin mit unsers herren des Romschen konigis majestad und auch sinem cleinen ingesigel sint der zijt, als unser herre der konig bekumert gewest ist. Darumb wir kurfursten und andere fursten auch mit ein ubirkomen sin und gesetzet haben, dem rich zu nocze und des richs schaden zu vermyden, daz man keyne briefe, die also gemacht und versigelt sint off die zijt und sijther, als unser herre der konig bekumert und sin selbs ungeweldig gewest ist und als lange er nit genczelich ledig wirt, nit halten noch achten sal. Darnach wißent uch auch zu richten.

(6) Daz allez han wir allen andern des richs stetten auch also verschriben. Und bewisent uch also darinne, als ir daz schuldig sint von des richs wegen. Und senden darumb zü [222] uch unseren lieben getruwen Heilman von Prümheym ritter etc.; dem wollent glauben, waz er uch von unsern wegen zu diesen zijten folleclicher darzu sagende sij.

Datum Alczei secunda feria ante diem beate Marie Magdalene anno Domini 1394 sub sigillo nostro presentibus tergotenus affixo.