Rimus remedium

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Textdaten
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Autor: Friedrich Nietzsche
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Titel: Rimus remedium
Untertitel:
aus: Die fröhliche Wissenschaft. („la gaya scienza“) Anhang: Lieder des Prinzen Vogelfrei, S. 345-346
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1887
Verlag: E. W. Fritzsch
Drucker: Adolph Mehnert
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer: {{{ÜBERSETZER}}}
Originaltitel:
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Quelle: Google-USA* und commons
Kurzbeschreibung:
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[345]

 Rimus remedium.
Oder: Wie kranke Dichter sich trösten.

     Aus deinem Munde,
Du speichelflüssige Hexe Zeit,
Tropft langsam Stund’ auf Stunde.
Umsonst, dass all mein Ekel schreit:

5
„Fluch, Fluch dem Schlunde

     Der Ewigkeit!“

     Welt – ist von Erz:
Ein glühender Stier, – der hört kein Schrein.
Mit fliegenden Dolchen schreibt der Schmerz

10
Mir in’s Gebein:

     „Welt hat kein Herz,
Und Dummheit wär’s, ihr gram drum sein!“

     Giess alle Mohne,
Giess, Fieber! Gift mir in’s Gehirn!

15
Zu lang schon prüfst du mir Hand und Stirn.

Was frägst du? Was? „Zu welchem – Lohne?“
     – Ha! Fluch der Dirn’
Und ihrem Hohne!

[346]

     Nein! Komm zurück!

20
Draussen ist’s kalt, ich höre regnen –

Ich sollte dir zärtlicher begegnen?
– Nimm! Hier ist Gold: wie glänzt das Stück! –
     Dich heissen „Glück“?
Dich, Fieber, segnen? –

25
     Die Thür springt auf!

Der Regen sprüht nach meinem Bette!
Wind löscht das Licht, – Unheil in Hauf’!
– Wer jetzt nicht hundert Reime hätte,
     Ich wette, wette,

30
Der gienge drauf!



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