Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen: Nieder-Sohland an der Spree

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Textdaten
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Autor: Klassig
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Titel: Nieder-Sohland an der Spree
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aus: Markgrafenthum Oberlausitz, in: Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen. Band 3, Seite 85–86
Herausgeber: Gustav Adolf Poenicke
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Erscheinungsdatum: o.J. (1854–1861)
Verlag: Expedition des Albums Sächsischer Rittergüter und Schlösser
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Commons und SLUB Dresden
Kurzbeschreibung: Beschreibung des Rittergutes Niedersohland in Sohland an der Spree
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Nieder - Sohland


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Nieder-Sohland


An den Ufern der Spree, drei Stunden von Bautzen liegt in einem freundlichen Thale, unfern der böhmischen Grenze eines der wichtigsten Weberdörfer der Ober-Lausitz, Sohland.

Sohland theilt sich in vier Dörfer, nämlich Ober-Sohland mit 204 Wohnungen und 1326 Einwohnern; Mittel-Sohland mit 139 Wohnungen und 891 Einwohnern; Wendisch-Sohland (mit Neuscheidenbach) mit 86 Wohnungen und 509 Einwohnern und


Nieder-Sohland


mit 84 Wohnungen und 542 Einwohnern. Das Rittergut des letzteren, ein wenn auch nicht in grossartigem Style gebautes, doch sehr freundlich gelegenes Wohnhaus stellt unser Bild dar.

Von diesen Dörfern ist Wendisch-Sohland wahrscheinlich der Stammort, so dass die übrigen Theile erst später und zwar nach und nach entstanden sind.

Die Zeit der Entstehung von Sohland lässt sich eben so wenig ermitteln, als die Entstehung seines Namens. Aus dem Ankauf des Thales und seiner Berge durch die Herren von Schleinitz im 12. Jahrhundert, welche das neue Land „Zuland," woraus „Zoland" und später „Sohland" entstanden, will man den Ursprung des Wortes herleiten, Andere vermuthen dagegen, dass Sohland das in einer Urkunde von 1228 erwähnte Salom sei, — wer von Beiden Recht habe? steht schwer zu ermitteln.

Genannte Herren von Schleinitz hatten so viele Besitzungen, besonders in Böhmen, dass der ganze Strich von Hohnstein bis in die böhmischen Besitzungen das „Schleinitzer Ländchen" genannt wurde.

So schenkte im Jahre 1486 der Herzog Albrecht von Sachsen dem Ober-Marschall von Schleinitz die Herrschaft Hohnstein, nachdem er nach [86] des letzten Birken von der Duba, (eines zu damaliger Zeit hochberühmten und reichen Geschlechtes,) Tode dasselbe erhalten hatte; Schleinitz' Söhne verkauften sie jedoch schon 1523 wieder an Ernst von Schönburg, der sie dem Herzog Moritz gegen Penig, Wechselburg und Zinneberg vertauschte. Nieder-Sohland gehörte nebst Wendisch-Sohland lange Zeit zu einem Besitz; eine Urkunde von 1728 weisst Kaspar Ernst von Metzrad als Besitzer nach; auch die Herren von Nostitz und Jänkendorf werden als solche einmal angeführt, in den ersten Decennien dieses Jahrhunderts besass es der k. k. österreichische Kammerherr, Graf Joseph August von Seilern und Aspang, — gegenwärtig gehört es dem Landes-Aeltesten der Ober-Lausitz, Herrn von Nostitz-Wallwitz zu Bautzen.

Die Einwohner beschäftigen sich mit Ackerbau, namentlich aber mit Weberei, Spinnerei und Bleicherei, deren Erzeugnisse durch die hier und in den benachbarten Städten wohnenden Faktors vertrieben werden. Auch Handwerker aller Art findet man hier und ein nicht geringer Theil der Bewohner findet seine Beschäftigung auf den Rittergütern und in den nahen Steinbrüchen. Die genannten Dörfer zählen 8 Mühlen und 4 Gasthöfe, auch befindet sich ein Königliches Zollamt hier.

Die drei Schulen der Orte werden von über 600 Kindern besucht, die Kirche in ihrer jetzigen Gestaltung seit 1824, besitzt 3 Glocken, von denen die beiden kleineren uralt.

Ein schönes Bild sächsischen Gewerbefleisses, weiss Sohland seine Bewohner zu ernähren und bildet in der Krone des Vaterlandes eine herrliche Perle die gehegt durch die Umsicht und Vorsorge der Gutsherren, einem immer mehr sich steigernden Gedeihen entgegensieht.

Klassig.