Sängers Einsamkeit

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Textdaten
Autor: Siegfried Schmidt
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Titel: Sängers Einsamkeit
Untertitel:
aus: Friedrich Schiller:
Musen-Almanach für das Jahr 1798, S. 30–31
Herausgeber: Friedrich Schiller
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum: 1797 (Balladenjahr)
Erscheinungsdatum: 1798
Verlag: J. G. Cotta
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Erscheinungsort: Tübingen
Übersetzer:
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Quelle: HAAB Weimar, Kopie auf Commons
Kurzbeschreibung:
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[30]
Sängers Einsamkeit.


     Wie klingt’s so bänglich drüben!
Trieb Liebe ihn? Was trieb ihn hin,
Was zum Klavier im Trauersinn?
Es klingt als wie von lieben.

5
Horch Mädchen, wie der Sänger singt!

Wie’s in’s Gemüth der Liebe dringt,
Was heil’ge Sänger singen.

     Da schlichen sie und lauschten
Wohl an des Sängers Fensterrahm,

10
Und Zorn ihm von den Lippen kam,

Und zorn’ge Saiten rauschten.
Es zitterten die Saiten fort;
Da kam das sanfte Klagewort,
Der Wehmut Stimme wieder.

[31]
15
     „Laß sie, die stumpfen Seelen!

Ach’s ist doch hart, so einsam seyn,
Des Lebens Lust, des Lebens Pein
Im eignen Busen hehlen.
Der Freund ist fern, die Freundin fern,

20
Der Sänger schlägt die Saiten gern,

Ach, tönten sie auch wieder!

     Wo seyd ihr mir Verwandte?
Im Felsen ist das Echo wach,
Und tönts in keinem Herzen nach,

25
In diesem fremden Lande?

Wohl rief ich ihm; wohl rief es mir,
Aus allen Herzen tön’ ich dir,
Die heil’gen Sang verehren.“


SIEGFR. SCHMIDT.