Sagen von der Jörgenburg

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Autor: Bernhard Baader
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Titel: Sagen von der Jörgenburg
Untertitel:
aus: Badisches Sagen-Buch II, S. 626–627
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
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Erscheinungsort: Karlsruhe
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[626]
Sagen von der Jörgenburg.

1. Als die s. g. Meerwiesen bei Walddürn noch mit schiffbarem Wasser bedeckt waren, stand auf dem darangrenzenden Schloßbuckel die Jörgenburg, welche später von den Fluthen verschlungen wurde. In dem noch vorhandenen Burgkeller liegt viel uralter Wein in der Haut[1], die er allmälig durch die Länge der Zeit, während die Fässer verfaulten und die Dauben abfielen, sich selbst gebildet hat. Auch große Schätze hält der Schloßbuckel verborgen; ein Mann, der spät in der Nacht dort vorbeiging, sah außen einige Kisten stehen, worauf der Teufel saß und den Schlüssel in der Hand trug.

(Nach mündl. Ueberlieferung mitgetheilt von Bernh. Baader in Mone’s „Anzeiger etc.“ Jahrg. 1839).

[627] 2. Einem andern Manne blieb dort beim Ackern die Pflugschar in der Handhabe eines im Boden befindlichen Kessels stecken. Zweimal rief er: „Geh heraus in Gottes Namen!“ als es aber nicht ging, das dritte Mal: „Wenn’s nicht in Gottes Namen geht, so geh’s in Teufels Namen!“ Da versank der Kessel, welcher voll Geldes war, in die Tiefe, die Handhabe aber blieb an der Pflugschar hängen. Hätte der Mann auch das dritte Mal „in Gottes Namen!“ gerufen, so würde das Geld ihm gewiß zu Theil geworden seyn.

(Siehe Mone’s „Anzeiger etc.“)

  1. Der Wein in der Haut ist eine ziemlich allgemeine Vorstellung des Volkes auch am Oberrhein, welches behauptete daß der Wein um sich selbst eine Haut ziehe, je älter er werde, so daß die Faßdauben vermodern und abfallen können, ohne daß der Wein aus seiner Haut ablaufe. Diese Ueberlieferung geht in die Zeit der Römer zurück, welche den Wein in ledernen Schläuchen und Beuteln aufbewahrten, woraus die Sage eine Weinhaut gemacht hat.
    Mone.