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1850 in Leipzig die goldne Medaille;
1851 in London die Preismedaille;
1854 in München die Preismedaille und
1855 in Paris die Medaille erster Klasse.

Die zum Betrieb der Fabrik benutzte Wasserkraft beträgt sechzehn Pferdekraft und zwar ist es Turbine von Richard Hartmann; die Dampfkraft beträgt fünfundzwanzig Pferdekraft, ebenfalls Turbine aus genannter Fabrik.

Mit Einschluß der Comptoiristen werden hier fortwährend 150 Leute beschäftigt.

Besitzer des Etablissements sind die Herren Herrmann Zschille und Louis Zschille.

Als ihren Gründer nennt die Fabrik Herrn Johann Gottlob Heinrich Zschille, den Vater der jetzigen Herren Besitzer. Die jetzigen Inhaber wandelten die Fabrik zum großen, geschlossenen Etablissement um und datirt sich die allmälig fortschreitende Vergrößerung desselben von dem Jahre 1842 her.




Dr. Geitners Argentanfabrik Auerhammer.
(Mit Abbildung.)


Im höheren Erzgebirge, an dem Zusammenfluß des Schwarzwassers und der Zwickauer Mulde, und berührt von der nächstens in Betrieb kommenden Chemnitz-Würschnitz Bahn, liegt das zwar sehr unansehnliche, aber durch lebhaften Verkehr auf den hier sich kreuzenden Straßen und durch seine romantische Umgebung sich bemerklich machende alte Städtchen Aue, von dem wir beiläufig bemerken, daß es vorzüglich durch den in der Nähe liegenden weißen Andreas berühmt ist, der Porzellanerdenzeche, auf deren Produkt die Güte des meißner Porzellans beruht.

Dem Lauf der Mulde entgegen wandernd, begegnen wir gleich anfangs mehreren bedeutenden gewerblichen Etablissements und nach einer Viertelstunde gelangen wir zu einer in tiefem, felsigem und romantischem Thal liegenden Häusergruppe, wo einige ansehnliche Gebäude unsere Blicke auf sich ziehen. Es ist dieses der sogenannte Auerhammer, von wo man in einer Stunde Schneeberg erreicht.

Auerhammer bildete früher – wie schon sein Name verräth – ein Eisenhüttenwerk, dessen Betrieb nicht unbedeutend war, es hatte sich in seinen Hüttenangelegenheiten an das schwarzenberger Amt zu wenden, während der Ort selbst bis 1832 dem zwickauer Amt angehörte und dessen entlegensten Theil bildete. Im Lauf der Zeit sank der Betrieb des Eisenwerkes immer mehr und es konnte endlich nicht mehr bestehen, so übernahm es 1829 der Fiscus, welcher es parzellirte. Die bedeutendste Parzelle erstand der Dr. E. A. Geitner in Schneeberg, welcher seine berühmte Argentanfabrik hierher verlegte, wo die vorhandene bedeutende Wasserkraft gestattete, Walz- und Streckwerke einzurichten.

Die Gebäude dieses Etablissements bestehen gegenwärtig aus

dem Argentanfabrikgebäude, in welchem sich auch das Comptoir befindet;
dem Gießereigebäude mit hohem Schornstein;
dem von der Fabrik ohngefähr hundert Schritt entfernten, mit einem ehemaligen Wallgraben umgebenen gethürmten Wohngebäude des Besitzers, dem früheren Herrenhause des Eisenwerks, und einem Wohngebäude für die Arbeiter.


Empfohlene Zitierweise:
Diverse: Album der Sächsischen Industrie Band 1. Louis Oeser, Neusalza 1856, Seite 148. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_S%C3%A4chsischen_Industrie_Band_1.pdf/156&oldid=- (Version vom 6.1.2019)