Seite:Album der Sächsischen Industrie Band 2.pdf/282

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unermüdliche Thätigkeit in demselben es bald dahin brachte, es in Abwesenheit ihres Gemahls selbstständig zu leiten, was sie theilweise heute noch thut, so stieg dasselbe so schnell, daß es schon 1836 circa 1800 Handwebestühle beschäftigte und deshalb mit zu den größeren Handelshäusern gerechnet werden konnte. – Von dem Jahre 1837 an wurden die Waaren weniger mehr von den Strumpfwirkern direct, sondern aus zweiter Hand von Factoren oder Vorkäufern gekauft.

Die rasch zunehmende Erweiterung des Geschäfts veranlaßte im Jahre 1841 die Anschaffung einer großen hydraulischen Presse mit vielen Preßwagen, sowie zur Erleuchtung der schon sehr zahlreichen Geschäftsräume die Einrichtung einer eigenen Gasbereitungsanstalt.

Zehn Jahre später, also im Jahre 1851, erhielt die Strumpffabrikation einen gewaltigen Impuls durch die in dieser Zeit in England und Frankreich erfundenen Strumpfmaschinen. Sofort erkannte der Geschäftsinhaber die Wichtigkeit dieser Erfindungen und die Notwendigkeit, die fernere Fabrikation mit solchen Maschinen zu betreiben, reiste deshalb schleunigst nach England und Frankreich und kaufte und bestellte dort dergleichen Maschinen in großer Anzahl, und war somit der Erste, der in so großartigem Maßstabe die Strumpffabrikation mit Maschinen einrichtete und betrieb. Die vorhandenen und eigens dazu eingerichteten Räumlichkeiten waren zur Aufstellung aller Maschinen sehr bald nicht mehr hinreichend, weshalb nun auch das Fabrikgebäude des Schwiegersohnes des Geschäftsinhabers, Herrn Alexander Austel in Zwönitz dazu noch eingerichtet wurde.

Für den immer mehr sich steigernden Bedarf an Maschinenwaare zeigten sich indeß alle diese Einrichtungen doch bald als unzureichend und es reifte somit der Plan zur Einrichtung einer neuen größeren Fabrik in der unmittelbaren Nähe des älteren Geschäftshaufes, und so entstand neben der bis heute fast mit gleicher Anzahl fortbestehenden Fabrik in Zwönitz der im Vorstehenden benannte „östliche Theil des Etablissements.“

Die Erzeugnisse dieser für massenhafte Fabrikation errichtete, im Jahre 1856 in Gang gesetzte und mit den besten Einrichtungen und den vorzüglichsten, größtentheils selbstgebauten Maschinen ausgerüsteten Fabrik ermöglichen es nun auch, der englischen Concurrenz auf den überseeischen Märkten mit Erfolg die Spitze bieten zu können.



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Diverse: Album der Sächsischen Industrie Band 2. Louis Oeser, Neusalza 1856, Seite 276. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_S%C3%A4chsischen_Industrie_Band_2.pdf/282&oldid=- (Version vom 3.6.2018)