Seite:Album der Schlösser und Rittergüter im Königreiche Sachsen I.djvu/204

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Eingepfarrt in die dasige Kirche ist das ¾ Stunde entfernte Dorf und Rittergut Lossa, welches dem früheren Herrn Justizminister von Könneritz gehört.

Auch das Erbbegräbniss der Familie von Könneritz befindet sich an einer Wand der Kirchhofsmauer.

Uebrigens scheint sich das Kirchenvermögen, welches früher gering war, zu vermehren.

Die frühere Schulpatronin Frau D. Lastropie hat ein Legat von 6000. Thlr. dazu bestimmt, dass die Kirche, der Pfarrer, der Schullmeister den dritten Theil der jährlichen Zinsen bekommen sollen.

Das Schulgebäude des Orts ist erst 1829 ganz neugebaut und hat eine grosse und helle Schulstube und 2 Wohnstuben.

Ackerbau und Viehzucht ist die Hauptbeschäftigung der Ortsbewohner und berühmt weit und breit sind die Nitzschwitzer Schaafe, in Rücksicht ihrer feinen und guten Wolle.

Bei grossen anhaltenden Regengüssen, besonders im Erzgebirge und bei Eisfahrten ist das niedere Thal des Orts wie das am Ufer liegende Land, sehr der Ueberschwemmung ausgesetzt.

Moritz Grimmel.     




Kötteritzsch.


Kötteritzsch liegt 1 Stunde nördlich von Colditz am linken Ufer der Mulde mit 31 Häusern und 150 Einwohnern. Zum Rittergute gehörten nur 19 Häuser und 60 Einwohner, das Uebrige war früher amtssässig. Mit dem dazu gehörigen Roschütz betrug die Zahl der Gerichtsuntergebenen vom Rittergute jedoch 170.

Kötteritzsch ist nach Schönbach eingepfarrt, welches früher zur Ephorie Colditz gehörte, jetzt aber zu Rochlitz geschlagen ist. Schönbach selbst liegt zwischen den beiden Städten Grimma und Colditz an der von Leipzig über diese beiden Städte nach Waldheim und Dresden führenden Strasse, es ist von Grimma 2 Stunden, von Rochlitz 4 Stunden entfernt. Nach Schönbach sind überhaupt 5 Dörfer eingepfarrt: Leisenau, Grosssermuth, Zötzsch, Thumirnicht und Kötteritzsch. Die Kirche von Schönbach liegt sehr hoch und wird nach allen Seiten hin 2 bis 3 Stunden weit gesehen. Die Zeit, wenn diese Kirche gegründet worden, kann nicht so genau angegeben werden, weil alle Nachrichten fehlen. Der Name Schönbach kommt wahrscheinlich von dem kleinen Bache her, welcher zwischen den beiden Reihen von Bauergütern und Häusern durchläuft und bei Leisenau sich mit einem andern kleinen Bache verbindend, unterhalb des Dorfes Kötteritzsch in die Mulde fällt. Die Kirche hat an jeder der beiden langen Seiten, der südlichen und nördlichen, einen Vorbau, in welchem sich auf beiden Seiten 2 Betstuben befinden. Eine von diesen Betstuben gehört dem Pfarrlehen zu

Empfohlene Zitierweise:
Gustav Adolf Pönicke (Hrsg.): Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen I. Section. Expedition des Albums Sächsischer Rittergüter und Schlösser, Leipzig 1860, Seite 131. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_Schl%C3%B6sser_und_Ritterg%C3%BCter_im_K%C3%B6nigreiche_Sachsen_I.djvu/204&oldid=- (Version vom 7.1.2019)