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Einem der 21 Hausbesitzer gehört die obenerwähnte Mühle mit oberschlechtigen Gefälle und eine Windmühle, welche unterhalb am Haselberge ihren Standort hat. Der Besitzer des Kramerhauses baute im Jahre 1835 nahe an der Bornaschen Strasse einen Gasthof. Das Schankrecht ruhte zuvor nur auf einem von der Strasse weit abstehenden Pferdnergute, ein Recht, aber welches bis jetzt auch nicht aufgegeben worden ist.

Obgleich alten Verträgen nach kein Handwerker im Orte sein darf, giebt es doch billiger Weise, daselbst einen Hufschmidt und einen Schneider. Hauptnahrungszweig ist aber Feldbau und die Viehzucht. Die Flur des Dorfes enthält incl. des Rittergutes 1277 Acker 285 □ Ruthen mit 19,905,96 Steuereinheiten.

Der Ort selbst mit seinen Bewohnern hatte früher seine eigene Gerichtsbarkeit und gehört seit Einführung der neuen Gerichtsorganisation zum Gerichtsamte Brandis.

M. G.     




Zetteritz


1½ Stunde südöstlich von Rochlitz 1¼ Meile von Wechselburg, Geringswalde und Mittweida gelegen längs einem Bächlein in nordöstlicher Richtung hinab, welches in Verbindung mit dem Schönfelder Wasser bei Gröbschütz den Crossener verstärkt und die kleine hiesige Mühle treibt. Das obere Ende ist nahe bei der Strasse von Leipzig nach Mitweida und enthält ein Wirthshaus. An der Landstrasse findet man eine schöne Aussicht des Rochlitzer Waldgebirges und der Göhrener Höhen.

Den Namen des Ortes und Gutes leitet man aus dem Wendischen von Zeds die Mauer ab; doch dürfte es auch von einem Zweige des uralten böhmischen (jetzt schlessischen) Geschlechts von Czettwitz benannt worden sein.

Das Rittergut selbst liegt am nördlichen Ende des Dorfes und nordwestlich von demselben entspringt der Zschauitzer Bach. Dieses Rittergut, welches nach einigen an sich selbst schriftsässig war, wurde mit einem Ritterpferd verdient, hatte seine eigne Gerichtsbarkeit und besass mit Erbgerichten noch Niederthalheim und die Grossstättner Winkelmühle, überhaupt gegen 500 Unterthanen. Im Orte selbst zählte man zu Anfang des 19. Jahrhundert 272 Consumenten, wogegen jetzt solche bis zu der Höhe von 400 gewachsen sind. Unter denselben befindet sich nur 1 Bauer und 11 Gärtner. Die Einwohner selbst nähren sich von Leinweberei, Spinnerei, und Tagelöhnern und treiben starken Obstbau.

Das Rittergut ist hinsichtlich seiner Flur nicht so stark, von mittlerer Güte, ist jedoch durch die neuen Verbesserungen an Werth gestiegen.

Die Wohn- und Wirthschaftsgebäude sind im vortrefflichen Zustande und die Oeconomie wird von dem dermaligen Besitzer auf rationelle Weise betrieben, so dass man wohl nicht zu viel behauptet, wenn man sagt: Es dürfte kein Gut Sachsens von dieser Grösse, wie Zetteritz so gewinnbringend sein als gerade dieses. Auch die dazugehörige Schäferei ist in der Neuzeit vergrössert worden.

Nach der Reformation waren die Herren von Maltiz diejenigen, welche Zetteritz acquirirten. Unter diesen Herren von Maltiz hat Hans von Maltiz 1568 seine Unterthanen zu Obergräfenhein nebst seinen Feldern bei Rochlitz an den dasigen Stadtrath gegen Niederthalheim vertauscht; 1584 seine Antheile an Fischheim und Grossstätten, nebst dem Dorfe Nebeln und dem an den Rentmeister Joseph Michel versetzten Biesern um 1000 Thlr. an den Kurfürst August abgetreten, welcher die

Empfohlene Zitierweise:
Gustav Adolf Pönicke (Hrsg.): Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen I. Section. Expedition des Albums Sächsischer Rittergüter und Schlösser, Leipzig 1860, Seite 221. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_Schl%C3%B6sser_und_Ritterg%C3%BCter_im_K%C3%B6nigreiche_Sachsen_I.djvu/339&oldid=3474102 (Version vom 7.1.2019)