Seite:Album der Schlösser und Rittergüter im Königreiche Sachsen V.djvu/259

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Wohnung für den Rittergutsbesitzer in Breitenfeld, trotz dem dass solche in rauher Gegend liegt, immer eine angenehme.

In Südosten von Breitenfeld steigt der sogenannte Plattberg an, und in Nordwesten verbreitet sich die Haide.

Der Ort selbst in welchem sich auch eine Mühle befindet, besteht mit Bernitzgrün aus 21 Gebäuden und 115 Einwohnern, welche jetzt zum Gerichtsamte Markneukirchen gehören.

M. G.     




Mühlhausen


ein anmuthiges nettes Dorf an der Strasse, die von Adorf nach Brambach und Eger führt mit 400 Einwohnern, 1200 Acker, 100 Quadratruthen Grundbesitz und 11,1241/76 Steuereinheiten, wogegen das hiesige Rittergut gar keinen Grundbesitz hat, sondern nur trockne und Naturalzinsen einnimmt, dagegen bis zur Einführung der neuen Gerichtsorganisation sich seiner eignen Gerichtsbarkeit erfreute, wozu Antheile von den Dörfern Arnsgrün bei Adorf (nicht zu verwechseln mit Arnoldsgrün bei Schilbach zwischen Oelsnitz und Schöneck) Eichicht, Landwüst, Obertriebel, Untertriebel und Raun gehörten; ingleichen war auch die Schänke von Raunhammer dahin lehnpflichtig.

Mitten durch das Dorf Mühlhausen schlängelt sich ein Bach, in welchem unten nicht weit von seiner Mündung in die Elster, wo er einen Mühlgraben bildet, sogenannte Perlenmuscheln gefunden werden.

Das Rittergut besteht blos aus dem in der Abbildung befindlichen Wohnhause, woran ein Garten grenzt. Aber von den Unterthanen waren stets 2291/6 Thlr. Erbzins, 12 Scheffel Korn, 52 Scheffel Hafer, 153/4 Pfd. Flachs, 68 Thlr. Gerichtsauszug und 3 Thlr. für die Fölmstrei zu entrichten.

In den frühesten Zeiten ist Mühlhausen schon als Vorwerk aufgeführt, welches den Herren von Thoss gehörte, von welchen die dazugehörigen Grundstücke an einzelne Begüterte in Mühlhauser und den übrigen 7 Ortschaften verkauft wurden, wodurch die für das Gut zu entrichtenden trocknen Zinsen entstanden. Dann kam Mühlhausen an die Herren von Zedtwitz. Im 15. Jahrhundert waren Besitzer des Vorwerks die Herren von Schirnding, welche das Vorwerk 1711 in ein neuschriftsässiges Rittergut verwandeln liessen. Diesen Herren von Schirnding folgte im Besitze die Familie von Paschwitz. Der preuss. Hauptmann von Paschwitz war noch 1824 damit beliehen, welcher solches an die Familie Adler abtrat.

Der derzeitige Besitzer aber ist Herr Carl Wilhelm Adler.

Empfohlene Zitierweise:
Gustav Adolf Pönicke (Hrsg.): Album der Schlösser und Rittergüter im Königreiche Sachsen V. Section. Expedition des Ritterschaftlichen Album-Vereins, Leipzig 1859, Seite 171. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_Schl%C3%B6sser_und_Ritterg%C3%BCter_im_K%C3%B6nigreiche_Sachsen_V.djvu/259&oldid=- (Version vom 24.2.2017)