Seite:Aus dem Leben eines Taugenichts und das Marmorbild.djvu/215

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Dem Zweiten sangen und logen
Die tausend Stimmen im Grund,
Verlockend’ Syrenen, und zogen
Ihn in der buhlenden Wogen

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Farbig klingenden Schlund.


Und wie er auftaucht’ vom Schlunde,
Da war er müde und alt,
Sein Schifflein das lag im Grunde,
So still war’s rings in die Runde

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Und über die Wasser weht’s kalt.


Es singen und klingen die Wellen
Des Frühlings wohl über mir;
Und seh’ ich so kecke Gesellen,
Die Thränen im Auge mir schwellen –

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Ach Gott, führ’ uns liebreich zu Dir!



     An eine junge Tänzerin.

Castagnetten lustig schwingen
Seh’ ich Dich, Du zierlich Kind!
Mit der Locken schwarzen Ringen
Spielt der sommerlaue Wind.

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Künstlich regst Du schöne Glieder,

Glühendwild
Zärtlichmild
Tauchest in Musik Du nieder,
Und die Woge hebt Dich wieder.

Empfohlene Zitierweise:
Joseph von Eichendorff: Aus dem Leben eines Taugenichts und das Marmorbild. Vereinsbuchhandlung, Berlin 1826, Seite 211. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Aus_dem_Leben_eines_Taugenichts_und_das_Marmorbild.djvu/215&oldid=- (Version vom 31.7.2018)