Seite:Bartolomé de Las Casas-Die Verheerung Westindiens 1790.pdf/49

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Menschen erwürgt. Die andern tyrannischen Gouverneurs, welche auf diesen folgten, und bis zum Jahr eintausend fünfhundert drei und dreißig regierten, brachten die noch übrigen Einwohner entweder ums Leben, oder ließen sie in der Sklaverey verschmachten, die jederzeit auf dergleichen Kriege folgte.

Unter die unzähligen Verbrechen, welche dieser Mensch während seiner Regierung beging, gehört folgendes: Ein Cazique, oder vornehmer Herr, hatte den Spaniern entweder aus freiem Willen, oder – welches wahrscheinlicher ist – aus Furcht, neuntausend Castilianer gegeben. Nicht zufrieden damit, zogen sie diesen Herrn gefänglich ein, zwangen ihn, sich mit ausgestreckten Füßen auf die Erde zu setzen, banden sie an einen Pfahl und hielten Feuer daran, damit er noch mehr Goldes gäbe. Er schickte nach seiner Wohnung, und ließ noch für dreitausend Castilianer an Werth holen. Dennoch marterten sie ihn aufs neue; und da er nicht noch mehr Goldes gab, weil er es entweder nicht hatte, oder nicht herbeischaffen wollte, fuhren sie so lange fort, ihn auf diese Art zu mißhandeln, bis ihm endlich das Mark durch die

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Bartolomé de Las Casas: Die Verheerung Westindiens. Christian Friedrich Himburg, Berlin 1790, Seite 49. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Bartolom%C3%A9_de_Las_Casas-Die_Verheerung_Westindiens_1790.pdf/49&oldid=- (Version vom 31.7.2018)