Seite:Bartolomé de Las Casas-Die Verheerung Westindiens 1790.pdf/97

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Leib und Seele, als vielmehr um Habe und Gut der Indianer bekümmerte, weil es hier nur auf Raub ankam. Dieser erfuhr, daß die Indianer ihre Götzenbilder versteckt hätten; denn die unseligen Spanier hatten ihnen nie einen bessern Unterricht von Gott ertheilt. Darauf setzte er die Caziquen gefangen, und marterte sie auf die

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Bartolomé de Las Casas: Die Verheerung Westindiens. Christian Friedrich Himburg, Berlin 1790, Seite 97. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Bartolom%C3%A9_de_Las_Casas-Die_Verheerung_Westindiens_1790.pdf/97&oldid=- (Version vom 31.7.2018)

    [96] Spaniern zugehörten, einige der angesehensten Personen an, die Visitadores genannt wurden. Statt der Besoldung, bekamen sie, außer den Indianern, die ihnen ohnedies bey der Vertheilung zugeeignet wurden, noch hundert andere Indianer, die ihnen als Knechte dienen mußten. Diese Visitatoren waren die ärgsten und unbarmherzigsten Henker unter allen, welche die Indianer peinigten. Ihnen stellte der Alguazil del Campo (Profos) alle diejejenigen Indianer vor, die er vom Gebirge holte. Dann erschien der Ankläger, und sagte: dieser oder jener Hund von Indianer will nicht arbeiten; er lauft täglich ins Gebirge; ist ein Faullenzer und Taugenichts, der bestraft werden muß. Alsbald band ihn der Visitator eigenhändig an einen Pfahl, nahm eine durch Theer gezogene Geissel, dergleichen auf den Galeeren Anguilla genannt wird, und die einer eisernen Gerte nicht unähnlich ist. Damit hieb er so lange und so unbarmherzig zu, bis dem Verklagten das Blut an vielen Orten aus dem Körper drang, und er wie todt da lag.